Monthly Archives: September 2018

„Blaue Wunder“ gegen Wildunfälle in Herzogtum Lauenburg

Der Herbst ist nah – und damit die Brunft von Rehen und Hirschen sowie die Umstellung auf die Winterzeit. Das bedeutet erhöhte Gefahr im Straßenverkehr. 2015 kam es bundesweit zu 2580 Wildunfällen mit Personenschäden, 13 Menschen starben.

Bernd Karsten (l.), Vorsitzender der Kreisjägerschaft Herzogtum Lauenburg, und Heino Koch, Leiter des Hegerings 9, zeigen die neuen Wildreflektoren an den Straßenbegrenzungspfählen. Die Kreisjägerschaft hat 6000 dieser Wildvergrämungsmittel angeschafft.
Bernd Karsten (l.), Vorsitzender der Kreisjägerschaft Herzogtum Lauenburg, und Heino Koch, Leiter des Hegerings 9, zeigen die neuen Wildreflektoren an den Straßenbegrenzungspfählen. Die Kreisjägerschaft hat 6000 dieser Wildvergrämungsmittel angeschafft. Quelle: Foto: Strunk


Ratzeburg. Allein der Hegering 9 im Herzogtum Lauenburg registrierte 2017/18 insgesamt 80 Stück Fallwild (Reh-, Dam- und Rotwild) – getötete Tiere im Straßenverkehr –, der ganze Kreis zählte im Jahresschnitt 1000 Wildunfälle.
„Wir sind froh, dass wir aus der Kombination von Sammelbestellung, gutem Verhandlungsgeschick und dem Beitrag eines honorigen Sponsors die Kosten für insgesamt 6000 Warnreflektoren für Fahrbahnbegrenzungspfähle an unseren Bundes-, Landes- und Kreisstraßen um 50 Prozent von 30000 auf 15000 Euro reduzieren konnten“, erklärt Bernd Karsten, Ko-Vorsitzender der Kreisjägerschaft Herzogtum Lauenburg gemeinsam mit Andreas-Peter Ehlers.

Zusätzlich wurden aus der Kasse des Hegerings 9 die 1100 Reflektoren mit je 1 Euro vom regulären Stückpreis in Höhe von 5 Euro bezuschusst, „so dass eine für jeden tragbare Investition heraussprang“, so Karsten. Insgesamt investierte die Kreisjägerschaft in den vergangenen Jahren 240000 Euro für diese wirkungsvollen Hilfsmittel.

Laut der Studie „Wildunfälle verhindern – was hilft wirklich. Präventionsmaßnahmen auf dem Prüfstand“ von Christian Trothe, Marcus Meißner und Sven Herzog aus dem November 2016 entstanden den Versicherungsgesellschaften im Jahr 2014 bei knapp 240000 gemeldeten Wildunfällen Sachschäden in Höhe von 575 Millionen Euro. Nicht nur der volkswirtschaftliche Schaden, sondern vor allem die Zahl der verletzten oder getöteten Menschen und Tiere rechtfertigt die Bemühungen der Jägerschaft um Präventionsmaßnahmen. Vor einigen Jahren ist man dabei auf die blauen, halbrunden Reflektoren an Straßenbegrenzungspfählen gekommen.

Wildtiere können nur grüne und blaue Farbtöne sehen. Blau ist für sie eine Schreckensfarbe, da sie in der Natur normalerweise nicht vorkommt. Die Tiere empfinden sie als Gefahr und meiden sie – auch in der Dämmerung und Dunkelheit. Die Reflektoren jüngster Bauart präsentieren sich zudem nicht mehr als zweidimensionale Folien oder Platten, sondern in halbrunder Form. Das unterstützt das Bewegungssehen der Tiere, die ihre Augen nicht frontal am Kopf wie Menschen, sondern beidseitig haben. Die halbrunde Bauart des Reflektors in Verbindung mit dem sich ständig verändernden Anstrahlwinkel durch die Autoscheinwerfer simuliert für die Tiere eine Bewegung – und damit eine potenzielle Gefahr.

Seit mehr als zehn Jahren werden diese Reflektoren bundesweit eingesetzt und ihr Einsatz ständig überprüft. Die Ergebnisse sind beeindruckend. „Allein schon durch die Verwendung von Reflektoren ,Marke Eigenbau’ sank die Anzahl der durch Fahrzeuge getöteten Tiere an der Gesamtstrecke im Hegering 9 von 23 auf 17,5 Prozent“, sagt Hegeringleiter Heino Koch. – Der Hegering 9 umfasst die Gemeinden Roseburg, Güster, Hornbek, Woltersdorf, Tramm, Breitenfelde, Talkau, Niendorf/St., Bälau und Alt-Mölln.

Die alten Reflektoren entsprechen allerdings nicht mehr den Vorschriften der Straßenmeisterei und sind durch die Säuberung mittels Straßenbürsten „blind“ geworden. Also entschied sich die Kreisjägerschaft zur Neuinvestition der besagten 6000 Reflektoren (für den gesamten Kreis). Damit werden jetzt insgesamt rund 300 Kilometer im hiesigen Straßennetz ausgerüstet.


Unfallstatistik

In Deutschland werden etwa fünf Prozent aller Straßenverkehrsunfälle durch größere Wildtiere verursacht.
Im Durchschnitt ereignet sich bundesweit alle zweieinhalb Minuten ein Wildunfall. Zwischen April 2014 und März 2015 fielen hierzulande 212840 Stück Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild dem Straßenverkehr zum Opfer.
Seit 1991 werden jedes Jahr weit mehr als 2500 Menschen bei Wildunfällen verletzt. Quellen: ADAC,
Deutscher Jagd-Verband,
Statistisches Bundesamt


Joachim Strunk

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Landesbläserwettbewerb 2018 in Husum

Tolle Stimmung auf dem Landesbläserwettbewerb

in Husum 

Am 17. Juni 2018 trafen sich bei strahlendem Sonnenschein in der  Storm-Stadt Husum -  die  sonst als „graue Stadt am Meer“  bekannte Westküstenmetropole  -    33 Gruppen und 34 Kleinformationen mit fast 600 Bläsern, um die Landesmeisterschaft im jagdlichen Blasen auszutragen.  Sie waren mit ihren kleinen Plesshörnern und großen Parforcehörnern aus ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen zur Westküste angereist.

Der Wettbewerb stand ganz im Fokus der Westküste. So hatten die Gastgeber – die Kreisjägerschaft Nordfriesland – am Samstag, dem Tag vor dem Wettbewerb, für die zehn Wertungsrichter eine Lorenfahrt zur Hallig Nordstrandischmoor organisiert, bei der  die meisten von ihnen das erste Mal das Wattenmeer in seiner Weite und Schönheit erlebten. Bei der Rückfahrt bekamen sie fast nasse Füße, denn die Flut reichte bis zur Krone des Bahndammes.

Für solche Ausflüge hatten die Bläser keine Zeit und auch keine Muße, denn sie reisten erst am Sonntagmorgen an. Sie konnten sich  in zehn verschiedenen Kategorien messen. Zu den bekannten  Klassen für die Gruppen und Kleinformationen kam in diesem Jahr die Klasse „Duo B Parforce“ hinzu. Auch erstmalig traten zu diesem Wettbewerb   Alphörnern an, die ja auch zum Überbringen jagdlicher Botschaften – natürlich besonders im Alpenraum – benutzt werden. Für die Zuschauer immer wieder ein „Hingucker“. Besonders freute sich die Landesbläserobfrau Wargenau-Hahn darüber, dass sich  in der Anfängerkategorie  „C“   viele Gruppen gemeldet hatten, denn sie bilden ja den Nachwuchs der Bläserschaft.  Für die Kleinformationen meldeten sich sehr viele Bläser. Das ist erfreulich, denn auf der Jagd sind oft nur wenige Bläser anwesend, die dann alleine oder zu nur zu zweit antreten müssen, wie auch hier auf dem Wettbewerb.

Die Anzahl der Meldungen war so groß, dass man an zwei verschiedenen Orten blasen musste - zum Einen im Schlosshof und zum Anderen im Schlosspark. Im Schlosspark konnten die Bläser  unter  den riesigen Bäumen, geschützt vor Sonne und auch Regen, auftreten, denn die Krokusblüte ist ja vorbei.  Eine besondere Stimmung herrschte im Schlosshof.

Eine Hälfte des Hofes war den Bläsern und dem Richterzelt vorbehalten – das Schloss hinter den auftretenden Gruppen bildete einen würdigen Rahmen. Auf dem übrigen Platz, wo Verpflegungs- und Informationsstände aufgebaut waren, trafen sich Zuschauer und gerade nicht aktive Bläser, die mit ihren befreundeten Gruppen ins Gespräch kamen. Um die Zeit  bis zur Siegerehrung zu verkürzen, hatte der Bläservorstand für Zuschauer und Bläser zusätzliche Führungen durch das Schloss  zu Sonderkonditionen organisiert.

Der Landesbläserwettbewerb in Schleswig-Holstein ist u.a.  auch deshalb bei den Bläsern auch aus anderen Bundesländern beliebt, weil es nicht nur Urkunden sondern auch viele Pokale und Sachpreise gibt. Diese Vielfalt gibt es sehr selten bei anderen Bläserwettbewerben in Deutschland. Die Preise waren nach dem Wettbewerb auf den Richtertischen aufgebaut, sodass man sich einen Eindruck über die Geschenke verschaffen konnte.  Frau Wargenau-Hahn hatte sich viel Mühe gemacht, für alle Kategorien etwas zu besorgen. Für die Jugend hatte sie u.a. Popcorn ausgesucht!!

Der LJV hatte vor dem Abschlusskonzert zu einem VIP-Empfang eingeladen, an dem etwa 50 Gäste aus Politik und Wirtschaft  teilnahmen. Präsident Heins und auch das anwesende Präsidium freuten sich,  dass fast alle der Einladung gefolgt waren, was zum Ausdruck brachte, dass sie dem jagdlichen Blasen  einen hohen Stellenwert einräumten. Das bestätigten die Gäste in ihren Grußworten. 

Das Abschlusskonzert war beeindruckend, denn wenn in einem Innenhof 600 Bläser ihr Horn ertönen lassen, kann man schon eine Gänsehaut bekommen.  Damit beim Konzert nicht nur ein Signal - es kennen ja nicht alle Zuhörer – nach dem  anderen ertönt, hatte Frau Wargenau-Hahn die Signale in eine kleine Jagdgeschichte eingebunden, der die im Innenhof versammelte Gesellschaft gerne zuhörte. Dach konnte die langersehnte Siegerehrung stattfinden.

Dafür, dass der Wettbewerb reibungslos über die Bühne laufen konnte, sei den vielen Helfern aus der KJS Nordfriesland mit ihrem Vorsitzenden Stephan Gülck, dem Kreisbläserobmann Otto Handt und nicht zuletzt Schatzmeister Kurt Beneditz gedankt. Der Landesbläservorstand konnte bei seinen sehr umfangreichen Vorbereitungen stets auf die Ortskenntnis von Kurt Beneditz zurückgreifen. Er hatte auch die Fahrt ins Wattenmeer für das Richterteam organisiert und die Presse sehr gut informiert. Das wirkte sich bei der Berichterstattung gleich am Montag nach dem Wettbewerb aus, wo ausführlich über das große Ereignis  berichtet wurde. Der Schirmherr, Oberstleutnant Marco Manderfeld, hatte im wahrsten Sinne des Wortes seinen Schirm über der Veranstaltung ausgebreitet, denn es gab nur einen kleinen Schauer - ansonsten strahlte die Sonne über dem gelungenen Wettbewerb. Das Gelingen war nicht zuletzt der intensiven Vorarbeit des Landesbläservorstandes und seiner Bläserobfrau Mandi-Rose Wargenau-Hahn zu verdanken.

Nun die Ergebnisse (ohne Gäste) der einzelnen Kategorien:

Einen besonderen Erfolg hatte die Jagdhornbläsergruppe Holm. Sie wurde mit der Gruppe in „G“ und in „Duo Parforce“ Sieger und belegte in den Klassen Solo „A“ und Duo „A“ jeweils die ersten drei Plätze.

Klasse „G“: 1. Jagdhornbläsergrp Holm 955 Pkt., 2. Bläsergrp Hohner Harde 948 Pkt.,   3. Bläsercorps Hohenwestedt 935 Pkt.

Klasse „A“: 1. Jagdhornbläsercorps Hademarschen 874 Pkt., 2. Dänischer Wohld 872 Pkt.

Klasse „C“: 1.Bläsercorps Steinburg 735 Pkt., 2.Bläsergruppe Lauenburg-Süd 732 Pkt., 3. Jagdhorn Mädels 692 Pkt.

Klasse „Jugend“: 1. Steinburger Jagdhörnchen 773 Pkt.

Klasse „Es“: 1. Bläsercorps Lübeck 728 Pkt., 2. Parforcehornbläser Wilstermarsch 715 Pkt.

Klasse Solo „A“: 1. Robin Kleinwort 388 Pkt., 2. Detlef Kleinwort 382 Pkt., 3. Martin Templin 379 Pkt.

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Veranstaltungstipp – Bedeutung von Aas für die heimische Biodiversität

Das Wissen über Aasökologie und die Bedeutung von Aas größerer Säugetiere in der Landschaft nimmt seit einigen Jahren zu. Viele Arten, vom Moos bis zum Wolf, nutzen Aas als wichtige Ressource. Allerdings verhindern nationale und internationale Regularien, dass Kadaver in der Landschaft liegen bleiben dürfen, sondern entsorgt werden müssen. Das Seminar soll die Bedeutung von Aas als Ressource darstellen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen erläutern und ggf. erarbeiten, unter welchen Bedingungen Aas in der freien Landschaft dargeboten werden kann. Leitung Inke Rabe, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Flintbek Kooperationspartner Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein

 Weiter Infos und Anmeldung unter https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/BNUR/Service/Veranstaltungen/veranstaltungen_node.html?ter_tin_nr=725151&ter_site_nr=2&ter_action=detail&typ=socket&cal_monat=09&cal_jahr=2018&ter_subaction_send=gesamt

 

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Veranstaltungstipp – Grenzenlose Freiheit? Der Wald als Freizeitraum

Wald WildschweinGrenzenlose Freiheit? Der Wald als Freizeitraum am Dienstag, 16. Oktober 2018 im  Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume, Flintbek

 

 Vortrags- und Diskussionsveranstaltung über die
unterschiedlichen Freizeitaktivitäten und daraus
resultierende Ansprüche und Konflikte in den Wäldern,
z. B. Mountainbike fahren, Reiten, Geocaching,
organisierte Sportveranstaltungen, Naturbeobachtung
und -forschung, Jagd u. a.

 

Weitere Infos und Anmeldung unter https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/BNUR/Service/Veranstaltungen/veranstaltungen_node.html?ter_tin_nr=725156&ter_site_nr=1&ter_action=detail&typ=socket&cal_monat_jahr=10_2018&cal_monat=10&cal_jahr=2018&ter_subaction_send=auswahl

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