Tierärztekammer und Landesjagdverband informieren: Tiere sind kein Spielzeug!
Des einen Freud, des anderen Leid: Tierische Weihnachtsgeschenke bringen Kinderaugen zum Leuchten. Doch nicht immer hält die Freude über das neue Familienmitglied lange an – und Hund, Katze und Kaninchen landen nach den Feiertagen im Tierheim oder auf der Straße.
Alle Jahre wieder stehen Haustiere in der Weihnachtszeit bei vielen Kindern ganz oben auf dem Wunschzettel. Laut einer Studie wünschen sich rund 12 Prozent aller Nicht-Tierhalter in Deutschland ein Heimtier, die meisten von ihnen hätten gerne einen Hund (60 Prozent) oder eine Katze (28 Prozent). Die Anschaffung eines Tieres sollte jedoch gut überlegt sein, denn sie bringt eine große Verantwortung mit sich. Ein Haustier, gleich ob Kaninchen, Katze oder Hund, beansprucht zudem Zeit und verursacht nicht unerhebliche Kosten. So rechnen Ratgeber für Haustierhaltung bei der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Hundes von 15 Jahren mit Kosten in Höhe von ca. 10.000 Euro für Futter, Behandlungen und Versorgung. Nicht selten werden viele Vierbeiner deshalb nach Weihnachten im Heim abgegeben oder ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund richten viele Tierheime ab Mitte Dezember einen Vermittlungsstopp ein, das heißt es werden keine Tiere herausgegeben. Sie wollen damit voreiligen Entscheidungen und Spontankäufen entgegenwirken.
Tiere sind keine Handelsware
Wer ein Haustier halten möchte, der sollte sich im Vorfeld gründlich über dessen Verhaltensweisen und Bedürfnisse sowie die speziellen Anforderungen an eine artgerechte Haltung informieren – und sich zudem vergewissern, dass die ganze Familie mit dem neuen Zuwachs einverstanden ist. Tiere sind Lebewesen und keine Handelsware, die wie ein Spielzeug nach Weihnachten einfach wieder umgetauscht werden können. So lautet die Empfehlung des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein e.V. und der Tierärztekammer Schleswig-Holstein: Nicht unüberlegt und spontan ein Tier verschenken, sondern lieber ein Stofftier unter den Weihnachtsbaum legen. Ein Stofftier bereitet Freude, fühlt keinen Schmerz, muss nicht versorgt werden und leidet nicht, wenn es ungeliebt in der Ecke liegt.
Da gerade nach der Weihnachts- und vor der Urlaubszeit die Tierheime überfüllt sind, ist es ratsam, zuerst dort nach einem neuen Mitbewohner Ausschau zu halten. Mitleidskäufe sind jedoch absolut tabu. Voraussetzung ist – egal, ob Tierhilfe oder seriöser Züchter – die Bereitschaft, einem Lebewesen ein Zuhause auf Lebenszeit zu geben. Mit der Anschaffung eines Tieres geht man eine Verantwortung ein, die nicht nach den Feiertagen endet, sondern viel Zeit, Geduld, Umstellung und Liebe erfordert.
Mit einer landesweiten Tierseuchenübung hat sich Schleswig-Holstein weiter für den Fall des Vordringens der Afrikanischen Schweinepest gewappnet. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) hielt die Übung zusammen mit den Veterinärämtern der Kreise und kreisfreien Städte sowie dem Landeslabor auf dem Lehr- und Versuchszentrum der Landwirtschaftskammer in Futterkamp ab.
Die Seehundzahlen im Wattenmeer sind auch 2014 stabil geblieben. Die trilaterale Seehundexpertengruppe (Trilateral Seal Expert Group) teilte mit, dass es sich dieses Jahr zwar nicht wieder um ein Rekordjahr für den Seehundbestand handelt, der Bestand aber trotz leichtem Rückgang um weniger als 1% im Vergleich zum Vorjahr aber weiterhin als sehr stabil bezeichnet werden kann. Seit dem letzten großen Seehundsterben im Jahr 2002, dem fast die Hälfte der Population zum Opfer fiel, nahmen die Bestände bis zum Vorjahr kontinuierlich zu, die Experten schließen aber eine generelle Abschwächung des Populationswachstums nicht aus. Die Zahlen werden traditionell im August während der Fellwechselperiode, und den damit verbundenen häufigeren Landaufenthalten der Tiere, durchgeführt. Dies hat zur Folge, dass die Anfang Oktober bekannt gewordene erhöhte Seehundsterblichkeit in Dänemark und Schleswig-Holstein, ausgelöst durch den Ifluenza-H10N7-Virus, nicht in den Zahlen berücksichtigt wurde. Die Totfunde insgesamt in beiden Regionen belaufen sich derzeit auf mehrere Hundert Tiere. Die trilaterale Seehundexpertengruppe geht zurzeit nicht davon aus, dass das Auftreten dieser Erkrankung eine Gefahr für den gesamten Bestand der Seehunde im Wattenmeer darstellt. Selbstverständlich müssten Verlauf und Ausbreitung genau beobachtet werden.