Jäger müssen auf bleifrei umsatteln: Landtag verabschiedet Jagdgesetz

Schleswig-Holsteins Jäger müssen ab April kommenden Jahres ihre bleihaltige Munition entsorgen. Für die Jagd ist dann nur bleifreie Munition zugelassen. Das ist der Kernpunkt des neuen Landes-Jagdgesetzes, das die Regierungskoalition mit ihrer Mehrheit in namentlicher Abstimmung beschloss. Während die Koalition eine gesundheitliche Gefahr bei dem Genuss des mit Bleimunition geschossen Wilds sehen, übte die Opposition harsche Kritik: Die Regelung sei ein „Schnellschuss“ und der Tierschutz bleibe auf der Strecke.

Redner von CDU, FDP und Piraten führten an, dass bleifreie Munition nicht die gleiche Tötungswirkung wie bleihaltige Geschosse habe, Tiere müssten länger leiden. „Durch ein anderes Abprall-Verhalten gefährdet sie außerdem in der Nähe stehende Menschen“, ergänzte Hauke Göttsch (CDU). Oliver Kumbartzky (FDP) hielt der Koalition „rein ideologische Gründe“ vor: „Sie machen damit Tierquälerei zum Gesetz.“

Minister Habeck: Es kommt vor allem darauf an, wie gut man schießt und trifft.

Für Marlies Fritzen (Grüne) liegt „der Hase an ganz anderer Stelle im Pfeffer“. Die deutsche Munitionsindustrie habe die Entwicklung verschlafen. „Es gibt noch keinen hiesigen Markt für bleifreie Munition, deshalb wollen Sie noch warten“, hielt sie der Opposition vor. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich Blei beim Verzehr von Wild im menschlichen Körper ansammelt. Das sei besonders für Kinder und Schwangere eine Gesundheitsgefahr, so Fritzen.

„Jagd“-Minister Robert Habeck (Grüne) führte zwei weitere Punkte für die bleifreie Jagd an. Untersuchungen hätten gezeigt, dass es bei der schnellen Tötung eines Tieres nicht auf die Munition, sondern darauf ankäme, wie gut man schießt und trifft. Und: In den Landesforsten werde bereits seit zwei Jahren mit bleifreier Munition gejagt. Habeck: „Meine Mitarbeiter dort haben mir versichert, dass es bisher damit keine Komplikationen gab“.

http://www.landtag.ltsh.de/plenumonline/mai2014/texte/02_jagdgesetz.htm

 

 

Deatiel zum Vorgang hier! 

 

Die Jagd in Schleswig-Holstein in Gefahr!

Mit der Mehrheit von einer Stimme versucht die rot-grüne Landesregierung eine Novellierung des Landesjagdgesetzes durchzuführen und hier insbesondere die bleihaltige Büchsenmunition zu verbieten.

Und dies, obwohl der Landesregierung sehr deutlich gemacht wurde, dass die Verwendung der bleihaltigen Munition weder eine Gefährdung im Verbraucherschutz noch im Artenschutz (Seeadler) darstellt.

Darüber hinaus ist letztlich nicht geklärt, ob nicht durch die alleinige Verwendung bleifreier Munition Mensch (Abprallverhalten) und Tier (Tötungswirkung) zusätzlich gefährdet werden.

Dies ist nach der Jagd- und Schonzeitverordnung für die Jägerinnen und Jäger ein weiterer Nachweis, dass die Landesregierung ohne Begründung und ohne gesicherte Erkenntnis weiter bemüht ist, grundsätzlich die Jagd einzuschränken.

Die Jagd dient dem Allgemeinwohl und die Leistungen der Jagd im Artenschutz und in der Gesellschaft sind unbestritten. Durch die grund- und sinnlosen Einschränkungen der Jagd wird den Jägerinnen und Jägern ihre Handlungsfreiheit genommen und damit dem Allgemeinwohl, dem Artenschutz und der Vielfalt der Natur in Schleswig-Holstein ein Bärendienst erwiesen.

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein fordert alle Parteien in Schleswig-Holstein auf, zu wissensbasierten Entscheidungen zurückzukehren und diese Regelungen umgehend zu korrigieren.

 

Aktueller Stand zum Vorgang hier! 

Immer mehr Wölfe und andere Wildtiere fallen dem Straßenverkehr zum Opfer – Jägerschaft …

Der vor einigen Tagen bei Reinbek im Straßenverkehr verunglückte Wolf ist bereits der zweite überfahrene Wolf im Kreis Stormarn innerhalb eines guten Jahres. Das Schicksal teilen in Schleswig-Holstein weit über zehntausend andere Wildtiere pro Jahr. Die Jäger im Land fordern einen Ausbau der Grünbrücken zum Schutze der Verkehrsteilnehmer und unserer Wildtiere.

Flintbek/Hoisdorf: „Viel wird über den Neubürger Wolf diskutiert. Wenn er aber nach Schleswig-Holstein kommt, ist sein Schicksal meistens der Tod im Straßenverkehr“ sagt Hendrik Löffler, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjägerschaft Stormarn. Innerhalb eines guten Jahres sind im Kreis Stormarn nun bereits zwei Wölfe überfahren worden. „Die Wölfe sind aber nur ein prominentes Beispiel für mehr als zehntausend Wildtiere die pro Jahr alleine auf den Straßen in Schleswig-Holstein zu Tode kommen“ so Löffler weiter.

Auch die Statistik der Versicherungswirtschaft spricht eine deutliche Sprache. So wurden laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. im Jahr 2012 ca. 258.000 versicherte Wildunfälle registriert. Tendenz steigend. Da bei Verkehrsunfällen mit Wildtieren auch Menschen gefährdet sind, ist Handlungsbedarf gegeben.

Um Wildunfällen entgegenzuwirken setzt sich der Landesjagdverband Schleswig-Holstein seit Jahren für den Ausbau von Grünbrücken im Land ein. „Durch den Bau von Grünbrücken und deren Einbindung in die umgebende Landschaft können wichtige Wanderachsen für Wölfe aber auch andere Wildtiere wie z.B. den Rothirsch wieder hergestellt werden, die heute durch Verkehrsnetze zerschnitten sind“ erläutert Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. Unter den zerschnitten Lebensräumen leidet insbesondere das Rotwild, da gerade Hirsche von der Verinselung ihrer Lebensräume durch genetische Verarmung der Bestände besonders betroffen sind.

Die Jägerschaft fordert die Landesregierung entsprechend auf, das am 29.02.2012 von der Bundesregierung beschlossene Bundesprogramm zur Wiedervernetzung aktiv zu nutzen und zum Schutze der Verkehrsteilnehmer und unserer heimischen Wildtiere verstärkt in den Bau von Grünbrücken und Unterführungen zu investieren. „Wir haben bereits vor 5 Jahren eine Übersicht von Konfliktpunkten erarbeitet und der Landesregierung notwendige Punkte für Wiedervernetzungsmaßahmen vorgeschlagen“, so Baasch. „Leider wurde von unseren knapp 20 Vorschlägen für Wildquerungen nur die Grünbrücke über die A 24 bei Gudow bislang realisiert. Hier muss die Landesregierung dringend aktiv werden und nacharbeiten“, fordert Baasch.  

Spitzentreffen der Verbände in Rendsburg

verbaendeEnde April trafen sich in Rendsburg die Spitzen der berufsständischen Verbände, die im Juli vergangenen Jahres gemeinsam die „Hörnumer Erklärung“ verabschiedet hatten, zum zweiten Mal zu einem offenen und konstruktiven Gedankenaustausch. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die berechtigten Interessen der Verbandsmitglieder mit dem gebotenen Nachdruck gegenüber der Politik deutlich zu machen. Zudem dient das Bündnis aus Landwirten, Fischern und Jägern der gegenseitigen Unterrichtung, der Abstimmung von Standpunkten und der Durchführung gemeinsamer Aktionen.

Foto: Paul Wagner, Muschelfischer, Holger Ortel, Präsident des Deutschen Fischereiverbandes, Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes, Dr. Peter Breckling, Generalsekretär des Deutschen Fischereiverbandes, Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Peter Ewaldsen, Geschäftsführer Muschelfischerei, Lorenz Marckwardt, Vorsitzender des Landesfischereiverbandes, Andre de Leeuw, Muschelfischer, Klaus Dahmke, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Bauernverband.

Jägerpräsident im Amt bestätigt

Landesjägertag 2014 bestätigt die Präsidiumsmitglieder im Amt

Knapp 170 delegierte Jägerinnen und Jäger trafen sich am 26. April zum Landesjägertag 2014 im Conventgarten in Rendsburg. Im Rahmen der Delegiertenversammlung stand am Vormittag neben den üblichen Vereinsregularien auch die Wahl von Teilen des Präsidiums an. Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, der nun 8 Jahre das Amt des Präsidenten inne hatte, stellte sich für eine weitere Amtszeit zur Verfügung und wurde mit großer Mehrheit für das Amt des Präsidenten wiedergewählt. Auch sein Stellvertreter, Vizepräsident Hans-Werner Blöcker, wurde im Amt bestätigt. Zum Schriftführer wählte die Versammlung den bisherigen Beisitzer, Jörg Sticken einstimmig. Herbert Häger und Thomas Carstensen können ebenfalls ihre Arbeit im LJV-Präsidium fortsetzten. Sie wurden als Beisitzer im Amt bestätigt.

Dr. Baasch dankte den Delegierten für das entgegengebrachte Vertrauen. So sei eine kontinuierliche Arbeit des LJV-Präsidiums sichergestellt.

Der Nachmittag war geprägt von Diskussionen rund um die aktuellen jagdpolitischen Gesetzgebungs- und Verordnungsverfahren des Landes. Bedauerlicherweise musste Umweltminister Dr. Habeck aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Auch die verantwortlichen jagd- und umweltpolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen von SPD, GRÜNEN und SSW fanden nicht den Weg zum Landesjägertag und stellten sich der offenen Diskussion mit den delegierten Vertretern von über 16.500 Jägerinnen und Jägern des Landes Schleswig-Holstein.

Bild: Das neue LJV-Präsidium (v.l.n.r. Jörg Sticken, Hans-Wilhelm Schlüter, Jan-Wilhelm Hammerschmidt, Hans-Werner Blöcker, Herbert Häger, Hans-Jürgen Langbehn, Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, Thomas Carstensen)

 

 

Leiden vermeiden – Jagd nur mit tierschutzgerechter Munition

Online-Petition von Peter Harry Carstensen:

Auf der Jagd dürfen nach dem Tierschutzgesetz (§ 4, Abs. 1) Tiere nur getötet und erlegt werden, „wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen.“

Direkt-Link zur Petition

Nun wird schon seit Jahren in Deutschland über die Einführung von bleifreier Munition bei der Jagdausübung diskutiert.
In der Jagdpraxis ist inzwischen deutlich geworden, dass bei derzeit vorhandener und verwendeter bleifreier Jagdmunition die geforderte, tierschutzgerechte sofortige Tötungswirkung aus unterschiedlichsten Gründen häufig nicht vorhanden ist.
Das wird auch deutlich an vielen der aufgeführten Bemerkungen bei den Unterzeichnern dieser Petition.

Letzte Infos zum Landesbläserwettbewerb 2014

Ablaufplan-2014-klein

1. Kombiwettbewerb im „Pflicht- “ und „Kürblasen“

des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein e.V.

in Zusammenarbeit mit der Kreisjägerschaft Oldenburg/Holstein

                                                                                                                                                                            

                               Sonntag, 11. Mai 2014

auf dem Gut Görtz 23777 Heringsdorf / Holstein

 

Liebe Bläserinnen und Bläser,

 

wir freuen uns über die rege Teilnahme an unserem ersten Kombiwettbewerb im Jagdhornblasen.

Alle Wertungsklassen sind vertreten und so können wir uns auf einen schönen gemeinsamen Landesbläsertag freuen.

Das Programmheft lässt noch einige Zeit auf sich warten, wir haben jedoch die Zusage, dass es rechtzeitig vor dem Wettbewerb bei Euch eintrifft.

Für eine bessere Planung liegt schon der Ablaufplan anbei.

Für entspannte Übungsabende geben wir hiermit die ausgelosten Signalgruppen der Wertungsklassen „G“ und „A“ bekannt:

 

„G“: Gams, Sau, Wild ablegen   Signalgruppe 2

„A“: Muffel, Fuchs, Hunderuf      Signalgruppe 3

 

Eine fröhliche Osterzeit wünscht

der Landesbläservorstand

 

 

 

 

 

 

Seehundjäger: Unersetzliche Partner im Robbenmanagement des Landes Schleswig-Holstein

Kranker HeulerUmweltminister Dr. Habeck und der Landesjagdverband stehen hinter der Arbeit ihrer ehrenamtlichen Seehundjäger.

Flintbek/Tönning: Die knapp 40 ehrenamtlichen Seehundjäger im Dienste des Landes Schleswig-Holstein sind unersetzliche Partner im Robbenmanagement. Ohne ihr ehrenamtliches Engagement wäre eine flächendeckende Betreuung des Nationalparks und  der Ostseeküste nicht möglich. Regelmäßig, so wie heute in Tönning, treffen sich diese Seehund-Experten, zur Weiterbildung, um das Robbenmanagement an den Küsten zu besprechen und aktuelle Themen zu diskutieren.   

„Unsere Seehundjäger – in Dänemark heißen sie Ranger und in Holland Seehundretter – jagen keine Seehunde. Das dürfen sie auch nicht. Aber wir Jäger haben eine Verantwortung für diese Tierart, die wir sehr ernst nehmen. Unsere Seehundjäger kümmern sich um die verwaisten, verletzten und manchmal auch totkranken Seehunde“, erklärt Marcus Börner vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein. Seehundjäger haben entlang der Küsten unter anderem die Aufgabe, tote Seehunde einzusammeln. Doch nicht immer, wenn sie gerufen werden, sind die Tiere tot. Oft klingelt das Telefon, wenn verhaltensauffällige Tiere – meist sind es kranke oder verwaiste Heuler – an den Stränden gefunden werden. Dann entscheidet der speziell ausgebildete Seehundjäger aus Tierschutzgründen, ob das Tier gute Chancen hat, allein zu überleben oder ob es den Transport in die Seehundstation nach Friedrichskoog schaffen würde. Doch manchmal sind die Tiere so geschwächt und krank, dass der Seehundjäger die Entscheidung treffen muss, die Qualen und das Leiden der Tiere zu beenden.

Nicht jedem ist dies so recht. So wird von einigen Personen seit Wochen eine sehr emotionale, unsachliche und mit ungerechtfertigter Polemik geführte Diskussion in der Öffentlichkeit geführt. Den Seehundjägern wird darin die Kompetenz abgesprochen, diese Entscheidung zur Minderung des Tierleidens treffen zu können.

Seehundjäger werden von den Tierärzten der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Wissenschaftlern der Nationalparkverwaltung, Mitarbeitern der Seehundstation Friedrichskoog und des Umweltministeriums regelmäßig geschult. Ihnen wird von den Tierärzten, Wissenschaftlern und anderen Seehund-Experten eine hohe Sachkunde bescheinigt.

Die regelmäßigen Sektionen der Tiere, die von Seehundjägern getötet werden mussten, belegen eindrucksvoll, dass sie in der jeweiligen Situation richtig entschieden haben, um den todkranken Seehunden weiteres Tierleid zu ersparen.

Neue Jagd- und Schonzeiten für Schleswig-Holstein

img 8076Am 11. März 2014 hat Minister Dr. Robert Habeck die neue Landesverordnung über jagdbare Tierarten und über die Jagdzeiten unterzeichnet. Sie tritt aber erst am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt, also praktisch mit Beginn des Jagdjahres 2014/15, in Kraft.

In der nächsten Ausgabe des Jägers werden wir ihnen mit Unterstützung der Obersten Jagdbehörde eine lesbare Übersicht der neuen Jagd- und Schonzeiten als Karte, die sie als Gedächtnisstütze in den Jagdschein einlegen können, beilegen. Wer so lange nicht warten kann oder will, kann die Übersicht auf der LJV Homepage unter www.ljv-sh.de runterladen.

Eine wesentliche Änderung ist bereits im Mai zu beachten. Das Schmalreh hat nun eine Schonzeit bis zum 31. August bekommen.

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein wir die Verordnung nun eingehend – auch in rechtlicher Hinsicht – prüfen.

LJV

Fortbildungsseminar für Jagdhornbläser 2014

Fortbildungsseminar für Jagdhornbläser

zum 9. Mal in Rendsburg

1-GesamteTeilnehmerk

Das Fortbildungsseminar 2014 – ausgeschrieben für Pless-, B-Parforce- und Es-Hörner – war mit knapp 100 Teilnehmern weit vor Meldeschluss ausgebucht, sodass einige Teilnehmer ein nahe gelegenes Hotel in Anspruch nehmen mussten. Der Ruf und Erfolg des Seminars geht inzwischen über Schleswig-Holsteins Landesgrenzen hinaus – so kamen auch viele Bläser aus Hamburg und Niedersachsen. Die Zusammensetzung der Übungsleitercrew war vielfältig und fand bei den Bläsern große Anerkennung. Studierte Hornisten, erfahrene Corpsleiter, Wertungsrichter auf Bundesebene, Musiklehrer einer Forstschule, Musikpädagogen, sowie ein Professor der Musik gaben den Teilnehmern ihr fundiertes Wissen weiter. Die Übungsleiter waren teilweise von weither angereist, so kamen Christine Bogner und Ludger Holtmann aus Hessen. Günter Lunemann (NRW) kannten schon viele Teilnehmer, denn er war schon das achte Mal dabei und begeistert in seinen Kursen immer aufs Neue seine Bläser. Naturhornbläser Professor Uwe Bartels und Ludolf Reßmeyer kamen aus Niedersachsen. Aus Schleswig-Holstein waren Michael Mull (Musikschule Lübeck), Dr. Gregor Steidle (Kiel) und Tim Hasenkamp (Hartenholm) angereist.

Die Seminarteilnehmer wurden in acht Kleingruppen eingeteilt. Landesbläserobfrau Wargenau-Hahn hatte sich viel Mühe gegeben, nicht nur den Wünschen aller gerecht zu werden – sondern auch den Leistungsstand zu berücksichtigen. In allen acht Übungsgruppen wurde großer Wert auf die Basisarbeit gelegt, denn diese kommt bei den meisten Übungsabenden zu kurz. Hierbei hatte jeder Übungsleiter seine eigenen Tricks. Sei es, dass nur auf dem Mundstück geblasen wird, um die Lippen zu sensibilisieren oder auch mit einem kleinen Spiegel den eigenen Ansatz zu überprüfen. Stütze und Atmung sind ein wichtiger Bereich, der nicht oft genug verbessert werden kann.  

Zur Vorbereitung des erstmaligen Kombiwettbewerbes am 11. Mai auf Gut Görtz wurden Kürstücke aus dem Pflichtprogramm ausgearbeitet.   Für die immer beliebter werdenden Kategorien der Solo-und Duovorträge des Wettbewerbes wurde im Seminar „Solo/Duo“ trainiert. Zusätzlich gab es eine Fortbildung für Corpsleiter, die eine besondere Anforderung an die Teilnehmer stellte.

In den vier Übungsgruppen für die ES-Hörner waren verschiedene Schwerpunkte gesetzt. So wurde die Intonation in der Kleinformation geübt, eine spezielle Bass-Gruppe eingerichtet und die Stopftechnik verfeinert. Überall legten die Übungsleiter wiederum viel Wert auf die Basisarbeit, die die Bläser weiterbrachte. Damit die Teilnehmer die Methode nicht nur eines Ausbilders kennen lernten, wurden die Übungsleiter gewechselt, was das bisherige Wissen der Teilnehmer erweiterte.

Es wurde viel geblasen in diesen Tagen, selbst nach dem Abendbrotessen am Samstag war noch nicht Schluss. Erstmalig am Seminar wurde Einzelunterricht angeboten. Hier konnten sich Bläser bei den acht Übungsleitern anmelden, um spezielle Probleme ihrer Blastechnik zu beheben. Das Angebot war schnell ausgebucht. Eine gute Idee von der Seminarleitung!

Natürlich kam der Spaß auch nicht zu kurz, denn am „grünen Abend“ wurde noch viel gefachsimpelt und auch weitere Bläserbekanntschaften geschlossen. Für die gute Stimmung sorgte nicht zuletzt mit der guten Verpflegung in altbekannter Weise das Team um Herrn Schlüter vom Jugendfeuerwehrzentrum.

Der Präsident des LJV Herr Dr. Baasch ließ es sich nicht nehmen, zum Abschluss des Seminars dem Team um Landesbläserobfrau M.-R. Wargenau-Hahn und ihrer Stellvertreterin Renate Meyer für die hervorragende Organisation zu danken. Nachdem die Übungsleiter eine kleine musikalische Kostprobe gaben, stellte der Präsident fest, dass ihm jedes Mal das Herz aufgehe, wenn er jagdliche Klänge höre. Jagdliches Brauchtum werde mit der Jagdmusik in besonderer Weise gepflegt. Auch die Jugendarbeit trage Früchte, denn auf diesem Seminar waren auch einige Jugendliche erschienen, obwohl für die Jugend eine Bläser-Freizeit vom 12. – 14. September 2014 im Wildpark Eekholt geplant ist.

Erfreulich war auch, wie Frau Wargenau-Hahn betonte, dass sehr viele Es-Hornbläser gekommen waren – über ein Drittel der gesamten Teilnehmerschaft. Die Gemeinschaft der „B“ und „Es“ Hornbläsern ist der Landesbläserobfrau ein ganz besonderes Anliegen, denn allen gemein ist die Faszination der Jagdhornmusik. Das zeige, dass die Bläserfamilie in Schleswig-Holstein zusammenwachse.

Zum Schluss bedankte sich die Landesbläserobfrau bei ihrer Stellvertreterin Frau Meyer für die konstruktive Zusammenarbeit, den Übungsleitern für ihre Geduld und das fundierte Wissen , dem Cateringteam für die schmackhafte Bewirtung mit einer „süßen Glasschale“, auf die unsere kreative Bläserin Gunda Mohr ein Jagdhorn graviert hatte. Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr vom 27. Februar – 1. März 2015 freuen sich schon jetzt alle Interessierten.

Jörn Neupert

Kreisjägerschaft Plön: Durchblick für Ostseeschule Blekendorf

Lernort NaturFür die Schüler der Ostseeschule Blekendorf war die Aufregung groß, als der Obmann für Naturschutz und Begrünung der Kreisjägerschaft Plön und Förster Thorolf Wellmer am 11. Februar 2014 drei hochwertige Ferngläser offiziell an die Wald- und Naturkunde AG der Schule überreichte. Die Gläser sind eine Spende des Hegeringes II, der schon lange und erfolgreich eine Patenschaft mit der Ostseeschule pflegt. Endlich können die Schüler mit leistungsstarken Gläsern die Tiere und Vögel des Schulwaldes genauer beobachten. Damit sorgen die Jägersleute bei ihren Patenkindern einmal mehr für den Durchblick! Die Ferngläser wurden schon von der „Wald“ – AG freudig erwartet und werden ab sofort regelmäßige Verwendung im Unterricht finden.

„Unser Landesjagdverband Schleswig-Holstein ist ein anerkannter Naturschutzverband, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Natur zu bewahren, aber auch Rückzugsräume zu schaffen, in denen bedrohte Arten eine Chance zum Überleben haben“, erklärt Wellmer. „Dass diese Arbeit sehr wichtig ist, müssen wir Jäger den Kindern in der Region vermitteln. Die Naturbeobachtung ist ein bedeutender Schritt in diese Richtung.“

Thorolf Wellmer

Kreisjägerschaft Neumünster: Jäger in der Waldorfschule

Was ist der älteste Beruf der Welt? Mit dieser Frage beschäftigten sich im Rahmen eines Projektes über Berufe die Kinder der 3. Klasse der Waldorfschule in Neumünster. Die Antwort gaben ihnen am 11.02.14 die Jäger Gerd Riese, Otto Stange und Ingbert Tornquist. Die Jäger berichteten von den Anfängen der Jagd in der Steinzeit zur Gewinnung von Fleisch und Fellen mit Steinschleuder und Speer bis zur heutigen Jagdausübung.

Gern erzählten die Kinder auch von ihren eigenen Erlebnissen mit Wildtieren und zeigten dabei schon sehr gute Kenntnisse über unsere häufigsten Wildarten. „Wie überleben die Tiere im Winter?“ „Ist das Schießen nicht gefährlich?“ Mit guten Fragen wurden die Jäger von den Kindern gelöchert.

Die Jäger erklärten anschaulich, dass auch heute noch die Jagd der Gewinnung von Lebensmitteln dient. Die Kinder, die schon einmal Wildfleisch gegessen hatten, bestätigten den guten Geschmack des Fleisches.

Ausgiebig nahmen die Kinder die Gelegenheit wahr, den mitgebrachten Rauhaardackel Binse zu streicheln. Die Aufgaben des Hundes bei der Jagd wurden bei der Gelegenheit beschrieben. Zum Abschluss erhielt jedes Kind eine Gehörnstange, die begeistert entgegen genommen wurde.

Ingbert Tornquist

KJS Kiel on Tour

Auch in diesem Jahr ist das Info-Mobil wieder mit der Kieler Jägerschaft beim Kids-Festival auf der Wiese neben dem Seehundbecken auf der Kiel-Line vertreten. Die Kinder und Eltern haben tausend Fragen und können an Schautafeln, Fühlkästen und Tierpräparaten ihr Wissen testen.

Helfer werden noch zahlreich benötigt. Motivierte melden sich bitte zur Schichteinteilung bei mir unter  jk@kjs-kiel.de

Wir starten am Samstag, den 10. und am Sonntag, den 11.05.2014 um 10 Uhr. Über zahlreiche Zusagen würde ich mich sehr freuen.

Julia Kirschning

Große Themenvielfalt auf der AnJa Neumünster

Der Countdown läuft: vom 14. bis 16. März öffnet die Messe „Angeln & Jagen“, kurz AnJa, in die Holstenhallen in Neumünster erneut ihre Pforten. In den frisch renovierten Hallen 1 und 2 präsentieren regionale und überregionale Aussteller drei Tage lang von Ruten und Rollen über Waffen, Wildkühlschränke und Hochsitze bis hin zu Forstbekleidung und Trachtenmode alles, was die Herzen von Anglern, Jägern und Naturfreunden höher schlagen lässt. Vor allem der Angelbereich ist in diesem Jahr mit einer beachtlichen Anzahl an Ausstellern stark vertreten, und gleich mehrere Autohäuser präsentieren sich mit Geländefahrzeugen. Das Rahmenprogramm verspricht ebenfalls eine große Vielfalt und allerlei Kurzweil.

Ein stets bei den Besuchern der AnJa beliebtes Highlight ist dabei beispielsweise das Thema Bodden-Angeln, dem sich Guide Andreas Krüger widmet. Der Fachmann gibt Tipps und Tricks, die es beim Angeln in Küstengewässern der Ostsee zu beachten gilt. Doch auch zu den Bereichen Aalbesatz in Schleswig-Holstein oder Zanderangeln mit Kunstköder gibt es wertvolle Vorträge, und am Wobbler-Pool werden verschiedene Kunstköder vorgeführt.

Zahlreiche Jagdhornbläser ziehen die Besucher der AnJa in ihren Bann: die Eröffnungsfeier am Freitag wird musikalisch vom Jagdhorn-Bläser-Korps Neumünster begleitet; an den Folgetagen geben die Jagdhornbläser Dreelöper, Hohenwestedt, Schleswiger Geest und Steinburg ihr Können in Sachen Jagdsignale und Jagdleitsignale zum Besten. Ebenfalls bei den Besuchern sehr beliebt sind die Vorführungen der Jagdgebrauchshundvereine, die darüber informieren, welche Hunderassen für welche Jagdmethode am besten geeignet sind. Zudem informiert der Landesjagdverband Schleswig-Holstein ganztägig zum Thema Lockjagd, während es am Stand des Deutschen Falkenordens Hinweise zum Thema Beizjagd gibt.

Die kleinen Besucher sollen natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommen – beim Lernort Natur kann Natur hautnah erlebt, angefasst oder ertastet werden. Als Highlight für Besucher aller Alterklassen präsentiert der Schriftsteller Carsten Feddersen selbst verfasste Jagdgeschichten, die vortrefflich auf das Thema Jagd einstimmen und Lust auf mehr machen.

Geöffnet ist die AnJa in Neumünster von 14. bis 16. März an allen drei Messetagen jeweils von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Der Eintritt beträgt sieben Euro (ermäßigt fünf Euro). Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre zahlen drei Euro und Kinder unter zwölf Jahren (in Begleitung Erwachsener) haben freien Eintritt. Hunde benötigen einen gültigen Impfausweis gemäß den behördlichen Bestimmungen. Für Fragen rund um die Messe steht Branchenprofi Michael Böttcher unter der Rufnummer 0451-899 06 445 oder der E-Mail-Adresse  mb@angelnundjagen.com gerne zur Verfügung.  Weitere Informationen können im Internet unter www.angelnundjagen.com abgerufen werden.

Afrikanische Schweinepest aktuell in Polen bei Wildschweinen nachgewiesen – Land appelliert …

Nachdem die afrikanische Schweinepest in dieser Woche erstmals in Polen im Grenzgebiet zu Weißrussland bei zwei verendeten Wildschweinen nachgewiesen wurde, steigt die Gefahr einer Weiterverbreitung in der EU. Die Erkrankung tritt auch in Russland, Weißrussland und der Ukraine auf und bedroht Millionen von Haus- und Wildschweinen. Das Virus kann in rohem Fleisch und geräucherten oder gepökelten Fleischprodukten monatelang überleben. Die Erkrankung kann durch achtlos weggeworfene tierische Lebensmittel auf Wildschweine und Hausschweine übertragen werden.

Aus Nicht-EU Ländern dürfen keine tierischen Lebensmittel eingeführt werden. Auch aus Litauen oder Polen sollte kein Schweinefleisch oder Erzeugnisse daraus , z.B. durch Berufskraftfahrer und Reisende mitgeführt werden.

Das Land appelliert eindringlich, Lebensmittel des persönlichen Bedarfs nur in den dafür vorgesehenen geschlossenen Mülltonnen an Park- und Rastplätzen der Autobahnen und Bundesstraßen sachgerecht und sicher zu entsorgen.

Daneben wurden aktuell für Landwirte und Jäger Merkblätter erstellt, die die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen gegen die Einschleppung des Virus zusammenfassen. Diese sollten unbedingt beachtet werden.

Das Land wird in diesem Jahr ein Monitoring im Sinne eines Frühwarnsystems an erlegten und verendeten Wildschweinen auf Afrikanische Schweinepest durchführen.

Minister Habeck will Jagdrecht für Seehunde beibehalten

seehund mbSchleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hat die Forderung von Tierschützern zurückgewiesen, Seehunde aus der Liste der jagdbaren Arten zu streichen. Das Jagdrecht erlaube in einigen Bereichen ein strengeres Schutzregime als das Naturschutzrecht, sagte Habeck am Mittwoch in Kiel. «Zum Beispiel wird Wilderei als Straftat mit empfindlicher Strafandrohung geahndet», erklärte der Minister. Seehunde seien seit 1974 streng und gut geschützt. Das werde über internationale Konventionen, EU-Richtlinien, Gesetzgebungen von Bund und Ländern sichergestellt.

 Ihre Betreuung werde durch rund 40 qualifizierte, speziell geschulte und vom Land beauftragte Seehundjäger gewährleistet. «Die Seehundjäger heißen zwar Jäger, aber sie jagen keine Seehunde.

Vielmehr kümmern sie sich ehrenamtlich um die gestrandeten, verletzten oder todkranken Tiere», erklärte Habeck. «Sie entscheiden, ob ein Seehund am Ort zu belassen ist, in einer Seehundstation behandelt oder getötet wird, weil er höchstwahrscheinlich bald sterben wird.»

Durch langjährige Erfahrung hätten sie einen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit gesunden und kranken Seehunden. Sie würden die Tiere lieben: «Es fällt keinem Seehundjäger leicht, schwer kranke Seehunde zu töten, aber wenn es darum geht, sie von ihrem Leiden zu erlösen, ist das ihre Aufgabe», sagte Habeck. Regelmäßige Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover hätten immer wieder ergeben, dass die Seehundjäger die richtigen Entscheidungen über den Gesundheitszustand von Seehunden getroffen hätten, erklärte der Minister.

 

Mehr zum Tierschutz der Seehundjäger.

KJS Plön unterstützt Schulprojekt in Lütjenburg

Lernort NaturDas Hoffmann-von-Fallersleben-Schulzentrum in Lütjenburg hat für einen anschaulichen und praktischen Schulunterricht an Gymnasium und Gemeinschaftsschule alles direkt vor seiner Tür: ein kleiner Teich, ein Wäldchen und eine Streuobstwiese. An Ideen fehlt es nicht, dieses Kleinod optimal zu nutzen, aber leider am Geld. Malte Puck, Mitglied der Kreisjägerschaft Plön, und seine Frau, Anne Puck, beide engagierte Lehrer am Schulzentrum wandten sich an den Vorstand und warben um Geldmittel für die Realisierung der Projekte „Grünes Klassenzimmer“ und „Anlage eines Naturlehrpfades“. Mit dem Bau eines befestigten Stegs und dem Bau einer Terrasse, der Anlage von Wildhecken und anderen Maßnahmen, welche die beiden mit ihren Schülerinnen und Schülern durchführen, soll die Attraktivität der  Außenanlagen für einen naturnahen und handlungsorientierten Unterricht gesteigert werden. Der Vorstand ist nach Besichtigung der Anlage begeistert und unterstützt das Projekt mit 500 Euro. In Zukunft ist eine engere Zusammenarbeit geplant. Im kommenden Jahr werden für zwei Informationstage rund um den Lebensraum und die Lebensweise des Wildes stattfinden. Die Anlage wird bestens in die Präsentation der Jäger hineinpassen.   

Josefine von Hollen

Für zwei Tage Jägerlatein an der Schule am Selenter See

Lernort NaturMitte November stand der Jägerwagen des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein zwei Tage auf dem Schulhof der Schule am Selenter See in Selent. Thorolf Wellmer und Josefine von Hollen von der Kreisjägerschaft Plön nahmen sich die Zeit ca. 340 Schülern von der ersten bis zur achten Klasse etwas über das heimische Wild zu erzählen. Gemeinsam mit den Biologielehrern der Schule – allen voran Frau Kerstin Stahl – wurden Arbeitsunterlagen für die verschiedenen Klassenstufen erarbeitet. Als Schwerpunktthema wählten die Lehrkräfte den Lebensraum und die Unterscheidungsmerkmale des Rotwildes, Damwildes und Rehwildes aus. Die Schülerinnen und Schüler sollten anhand des Geweihs bzw. des Gehörns die Wildarten erkennen lernen. Ebenso erfuhren sie, wie die Tiere aufgrund ihrer Größe oder anderer besonderer Merkmale wie z.B. der Wedel beim Damwild oder die Schürze beim Rehwild zu erkennen sind. Nach den Ausführungen am Jägerwagen wurde im Unterricht das Thema nochmals vertieft und die richtigen Antworten für die Arbeitsunterlagen gemeinsam erarbeitet. Thorolf Wellmer, der seit Jahren im Kreis Plön viel mit Schulklassen arbeitet, lobte die enge Zusammenarbeit mit den Lehrern sowie die gute Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen. Auch in den Pausen hatten die beiden Jäger keine Ruhe. Der Jägerwagen war stets umlagert. Kein Wunder, da die vielen Präparate wie Fuchs, Uhu, Wiesel und vieles mehr immer wieder Anlass für eine Erklärung oder eine interessante Information boten. Das erfolgreiche Projekt wird im nächsten Jahr mit einem neuen Thema wieder aufgegriffen – da sind sich Lehrer und Jäger einig.

Josefine von Hollen

Eine jagdliche Jahresarbeit an der Freien Waldorfschule zu Kiel (FWS-Ki)

Zeitungs-Bild 1 - Arved an seinem PräsentationstischSeid mal ehrlich, welcher junge Mensch möchte nicht mal aller Welt zeigen, was er kann und was er gelernt hat?
Nun, in der zwölften Klasse der FWS-Ki hatten die Schüler im Rahmen ihrer Jahresarbeiten Gelegenheit dazu!
Zur Erklärung gleich vorab: Die Jahresarbeit (auch Zwölftklassarbeit genannt) ist an den meisten Waldorfschulen fester Bestandteil im Laufe der Schulzeit. Der Sinn einer Jahresarbeit besteht u.a. darin, dass sich der Schüler ein Jahr lang intensiv mit einem Thema sowohl praktisch und/ oder künstlerisch, als auch theoretisch auseinander setzt.
Und hier kommt nun unser Jungjäger und Försterssohn Arved Manleitner aus Felde ins Spiel, über den ich kurz zu berichten beabsichtige.
Bereits in Spätsommer 2012 war ihm schon klar, dass sein Thema für die Zwölftklassarbeit einen jagdlichen Hintergrund haben sollte. Da sein Vater „in-seinem-ersten-Leben“ Berufsjäger und Dipl.-Ing. für den Bereich Forst war, musste Arved auch nicht lange nach einem geeigneten Mentor für seine Arbeit suchen. Zahlreiche Ansitze, Ratschläge und Lektionen, sowie vielfältige Mitarbeiten im Jagdrevier folgten bei ihren Zusammentreffen nun erst recht.
Mit seinem großen Bruder besuchte Arved schließlich den Jagdscheinausbildungskursus der Kreisjägerschaft in Kiel und konnte dann im Mai 2013 die Jägerprüfung gemäß „Landesverordnung über die Prüfung zur Erlangung des ersten Jagdscheines“ bestehen.
Viele seiner Klassenkameraden hatten sich um diese Zeit sicherlich noch nicht einmal Gedanken über das Thema ihrer Jahresarbeit gemacht.
Für den Jungjäger Arved begann von nun an die Sammlung der jagdlichen Leitgedanken für den schriftlichen Teil seiner Arbeit. Sie trägt die Überschrift: „Ausbildung zur Erlangung des ersten Jagdscheines und jagdliche Arbeiten in der Praxis“.
Ein kurzer Blick in das Inhaltsverzeichnis seiner beinahe 70 seitigen Ausarbeitung zeigt uns mehrere Erlebnis-Berichte von Ansitzabenden und auch von Drückjagden, über die er als Treiber von seinen Erfahrungen erzählt. Aber auch eher jagdlich-theoretische Fragestellungen finden wir hier. So setzt er sich mit der Darlegung von „was ist Jagd eigentlich?“ auseinander, aber informiert den neugierigen Leser auch über unterschiedliche Jagdarten, Wildarten, Jagdhunderassen und deren Ausbildung und Haltung, Waffensysteme und deren Pflege, die Besonderheiten unserer Jägersprache, die Jagdmusik mit den verschiedenen Jagdhörnern, die Leitgedanken der Waidgerechtigkeit bis hin zu einem „Reviergang“ durch sein persönliches Wild-Kochbuch. Die Rezepte, die er hier vorstellt, hat er alle selber ausprobiert. Dafür kamen ihm auch seine abgeleisteten Praktika in verschiedenen Hotel- und Restaurant-Küchen erneut sehr gelegen.
Um seinen jagdlich nicht vorbelasteten Mitschülern auch einen geschichtlichen Hintergrund aufzuzeigen, berichtet er außerdem noch über die Hubertus-Legende, die er dafür ein bisserl überarbeitet hat.
Die Vorstellung der Jahresarbeiten fand schließlich am 1. und 2. Februar im Hauptgebäude der Schule in Kiel vor einem öffentlichen Publikum statt und beinhalteten neben einem etwa zwanzigminütigen Vortrag oder Präsentation auch einen entsprechend gestalteten Tisch oder Stand zum jeweiligen Thema.
Seinen Präsentationsbereich hatte der Jungjäger Arved Manleitner mit einigen Präparaten dekoriert. Ja, selbst ein ehemaliger Weihnachtsbaum musste nochmal ´ran. Halbseitig aufgeastet und mit dem Rücken an der Wand wurde er zum Träger für einige ausgestopfte Vogel-Präparate. Und aus den unteren Zweigen schaute außerdem noch neugierig ein kapitaler Dachsrüde hervor.
Ein eindrucksvolles Damhirsch-Geweih und ein kapitales Rehbock-Gehörn zierten die Rückwand. Und neben einem Fuchschädel zum Vergleich mit einem Dachsschädel, lag auch unterschiedliches Info-Material zum Mitnehmen für Interessierte auf seinem Präsentations-Tisch. Besonders unter seinen hoch interessierten Altersgenossen, waren dann doch so einige, die sich auch selber vorstellen konnten, eventuell Jungjäger zu werden.
Arved hatte schließlich seinen souverän gehaltenen Vortrag zudem mit einer Power-Point-Präsentation hinterlegt. Besonders einen Punkt beleuchtete er dabei als „leidenschaftlicher Fleischesser“ besonders überlegt. Denn durch seine Gegenüberstellung des in Freiheit, Autarkie und in der Natur gewachsenen Wildbrets mit dem Fleisch aus zum Teil quälerischer Massentierhaltung faszinierte er seine gut 150 Zuhörer.
Tosender Applaus beendete seine Präsentation zuletzt und belohnte damit auch sein außergewöhnliches Engagement für seine jagdliche Zwölftklass-Jahresarbeit.
Wir wünschen ihm ein langes und interessantes Jägerleben mit stets viel Anlauf, Anblick und herzlich Waidmannsheil!

Thorolf Wellmer