Fünf Forderungen für Evaluierung des Waffenrechts

8. Oktober 2025 (DJV) Berlin. Fehlendes Augenmaß, unnötige Verbote und Beschränkungen durch die Hintertür: Der DJV sieht dringenden Reformbedarf im Waffenrecht. Zentrale Änderungsvorschläge liegen dem Bundesinnenministerium jetzt vor. Jäger, Sportschützen und andere Legalwaffenbesitzer haben sich eng abgestimmt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat zum Auftakt der Evaluierung des Waffenrechts eine Stellungnahme mit fünf zentralen Themen und Forderungen an das Bundesinnenministerium übermittelt. Der Dachverband der Jäger kritisiert darin unter anderem die derzeit fehlende Verhältnismäßigkeit bei der Zuverlässigkeitsprüfung, unnötige Restriktionen durch Messerverbote und eine Beschränkung der Anzahl von Langwaffen durch die Hintertür. Einzelne anlassbezogene Verschärfungen und die viel zu strenge Umsetzung der EU-Feuerwaffenrichtlinie haben das Waffenrecht in den vergangenen Jahren immer unübersichtlicher, komplizierter und anwenderfeindlicher gemacht. Hinzu kommt, dass die entsprechende Verwaltungsvorschrift seit 2012 nicht angepasst wurde. Die Folge: Waffenbehörden treffen teils widersprüchliche Entscheidungen – zu Lasten von Jägerinnen und Jägern.

Mehr Augenmaß bei der Prüfung der Zuverlässigkeit 

Der DJV fordert in seiner Stellungnahme die Wahrung der Verhältnismäßigkeit. So sollte beispielsweise eine trotz aller Sorgfalt versehentlich im Jagdrucksack verbliebene Patrone nicht zum Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit führen. Eine zunehmend restriktivere Praxis bei der Prüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit lässt laut DJV jedoch kaum noch Raum für angemessene moderate Reaktionen bei geringfügigen Verstößen – vor allem, wenn diese nicht sicherheitsrelevant sind.

Keine Begrenzung der Langwaffenanzahl durch die Hintertür

Das Waffengesetz sieht eigentlich keine Beschränkung der Zahl von Langwaffen für Jäger vor. Einige Waffenbehörden und Gerichte führen jedoch eine Begrenzung durch die Hintertür ein. Der DJV kritisiert diesen Missstand in seiner Stellungnahme und fordert praxistaugliche, liberale Regelungen – zumal eine Begrenzung der Langwaffenanzahl keinen Gewinn für die innere Sicherheit bringt.

Integrierte Nachtzielgeräte legalisieren 

Änderungsbedarf sieht der DJV bei jagdlichen Hilfsmitteln wie Nachtzieltechnik, künstlichen Lichtquellen oder Schalldämpfern. Die Liberalisierung der vergangenen Jahre wird zwar begrüßt, bestehende Schwächen müssen allerdings dringend behoben werden. Der DJV fordert deshalb in seiner Stellungnahme sinnvolle Ergänzungen für das Waffenrecht, etwa die Zulassung integrierter Nachtzielgeräte oder die Legalisierung von Infrarot-Aufhellern.

Klare Regelungen für Waffenschränke mit Schlüssel

Der DJV kritisiert die Aufbewahrungsvorschriften für Waffen und fordert eine Klarstellung für die Verwendung von Schränken, die noch nicht über ein elektronisches oder mechanisches Zahlenschloss verfügen. Nach Ansicht des DJV ist es nicht erforderlich, dass der Schlüssel zum Waffenschrank in einem Behältnis derselben Sicherheitsstufe mit Zahlenschloss aufbewahrt werden muss.

Ausnahmen von Messerverboten für Jäger

Die im vergangenen Jahr ausgeweiteten Messerverbote haben aus Sicht des DJV viel Unsicherheit geschaffen – aber keinen nennenswerten Gewinn für die innere Sicherheit. Hier besteht Änderungsbedarf, insbesondere praxisgerechte Ausnahmeregelungen für die gesellschaftliche Gruppe der legalen Waffenbesitzer. Der DJV fordert eine allgemeine Ausnahme von Messerverboten für Inhaber einer waffenrechtlichen Erlaubnis.

Legale Waffenbesitzer stimmen sich eng ab

Im Vorfeld der jetzt gestarteten Evaluierung des Waffenrechts hat sich der DJV eng mit dem Deutschen Schützenbund (DSB) und dem Bundesverband zivile Legalwaffen (BZL) abgestimmt. Bereits Ende September trafen sich die Präsidien von DSB und DJV mit Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Anfang 2025 hat der DJV in seinen Kernpunkten zur Bundestagswahl eine Überprüfung und grundlegende Überarbeitung des Waffenrechts gefordert. Mit Erfolg: Beides findet sich im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung wieder. Die eigentliche Evaluierung soll in den nächsten Monaten erfolgen, bevor dann voraussichtlich im kommenden Jahr konkrete Änderungen im Waffengesetz diskutiert werden sollen.

Quelle PM DJV

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Spannender Wettkampf und beste Stimmung: Landesparcoursschießen 2025 in Hasenmoor

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein lud auch in diesem Jahr zum Landesparcoursschießen 2025 ein. Die Veranstaltung fand am Sonnabend, den 20. September, sowie am Freitag, den 26., und Sonnabend, den 27. September 2025 auf dem Schießstand Wolfsberg in Hasenmoor-Hartenholm (Kreisjägerschaft Segeberg) statt.

Mit großem Engagement und viel handwerklichem Geschick wurde der Parcours erneut aufgebaut, um abwechslungsreiche und realistische jagdliche Schießsituationen zu bieten – dem Niederwildgeschehen nachempfunden. Die insgesamt 60 Wurfscheibenziele forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf unterschiedlichste Weise heraus und machten das Parcoursschießen einmal mehr zur idealen Vorbereitung auf die bevorstehende Jagdsaison.

Der Wettbewerb richtete sich an Jägerinnen und Jäger aller Erfahrungsstufen – vom routinierten Flintenschützen bis zum frischgebackenen Jagdscheininhaber. Durch die Vergabe fester Startzeiten konnte ein reibungsloser Ablauf an allen Veranstaltungstagen gewährleistet werden.

Den feierlichen Abschluss bildete am Sonnabend, den 27. September, die Siegerehrung. Neben den besten Einzelschützen wurden auch Reviermannschaften sowie die stärksten Leistungen in den verschiedenen Klassen ausgezeichnet.

Ein besonderer Dank gilt der Landesschießobfrau Wanja Ellerbrock, allen Aufsichten, Helferinnen und Helfern sowie dem Team des Schießstands Hasenmoor, die mit viel Einsatz und Leidenschaft für einen abwechslungsreichen, anspruchsvollen und hervorragend organisierten Jagdparcours gesorgt haben – und damit für tolle Leistungen und beste Stimmung unter den Teilnehmenden.

Wir gratulieren Falk-Wilhelm Schlüter zum Sieger aller Klassen, der sich im Stechen gegen Janne Martens, Luca Wedell und Stefan Velfe durchsetzen konnte. Die Altersklasse gewann Jochen Breckwoldt. In der Damenklasse konnte sich Anja Reese durchsetzen. In der Jugendklasse setzten sich Janne MArtens, Luca Wedell und Falk-Wilhelm Schlüter an die Spitze. Die Offene Klasse gewann Stefan Velfe. Allen erfolgreichen Schützinnen und Schützen gratulieren wir herzlich und wünschen nun kräftiges Weidmannsheil für die Jagd mit der Flinte!

Alle Ergebnisse finden Sie hier:

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Verkehrssicherungspflicht bei Gesellschaftsjagden: Neue Erlasslage in Schleswig-Holstein

Mit Beginn der Herbstmonate startet die Zeit der Treib- und Drückjagden. Diese Jagdformen sind ein wesentliches Instrument der Wildbestandsregulierung. Ziel ist es, die Wildpopulationen in einem ökologisch tragfähigen Gleichgewicht zu halten, Schäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen zu vermeiden sowie die Tiergesundheit zu fördern, insbesondere zur Prävention von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest. Bei Bewegungsjagden wird das Wild durch den Einsatz von Treibern und brauchbaren Jagdgebrauchshunden vorsichtig und langsam in Bewegung gebracht, um ein sicheres Ansprechen und tierschutzgerechtes Erlegen zu ermöglichen.

Von besonderer Bedeutung ist im Rahmen der Durchführung von Treib- und Drückjagden die Beachtung der Verkehrssicherungspflicht. Die Jagdverantwortlichen (Jagdausübungsberechtigte und Jagdleiter) haben die sich fortlaufend weiterentwickelnden rechtlichen Grundsätze der Verkehrssicherungspflicht zu berücksichtigen und die erforderlichen sowie zumutbaren Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu treffen. Hierzu zählen insbesondere Vorkehrungen zum Schutz des Straßenverkehrs vor möglichen Gefahren durch plötzlich wechselndes Wild. Primäre Maßnahme ist dabei, das Wild nicht in Richtung von Verkehrsflächen, sondern von diesen weg zu lenken. Der Umfang der jeweiligen Sicherungsmaßnahmen richtet sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalles und kann auch straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen wie die Aufstellung von Gefahrenzeichen oder die Anordnung von Streckensperrungen umfassen.

Die bisherige Erlasslage aus den 1990er-Jahren ist nun neu gefasst worden: Mit Wirkung zum 30. September 2025 gilt in Schleswig-Holstein ein vereinfachtes Verfahren zur straßenverkehrsrechtlichen Anordnung bei Treib- und Drückjagden. Das neue Verfahren wurde in enger Abstimmung zwischen dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), der Obersten Jagdbehörde (MLLEV), den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) und dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV) bearbeitet. Ziel war es, eine praxisnahe, rechtssichere und unbürokratische Lösung für Jagdverantwortliche zu schaffen.

Wichtige Änderungen im Überblick

  • Vereinfachtes Antragsverfahren:
    Der Antrag auf straßenverkehrsrechtliche Anordnung wird künftig mit einem standardisierten Formular bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde gestellt.
  • Bestehende Geschwindigkeitsbegrenzungen können durch Zusatzschilder ergänzt werden („Treibjagd“, „Drückjagd“, „Heute Jagd“).
  • Temporäre Geschwindigkeitsbeschränkungen sind möglich:
    • 70 km/h (Standardmaßnahme)
    • 50 km/h, wenn Wild mit hoher Wahrscheinlichkeit die Straße quert
    • 30 km/h (max. 500 m), nur bei besonderen Gefährdungslagen (z. B. Kurven, Dickungen, Wildunfallhäufungsstellen)
  • Fristen und Auflagen: Grundsätzlich ist jedes Aufstellen von Schildern im Zusammenhang mit einer Treib- bzw. Drückjagd bei der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde anzumelden.

Der Antrag ist spätestens zwei Wochen vor der Jagd einzureichen und eine Karte der betroffenen Strecke ist beizufügen. Die Beschilderung darf nur am Jagdtag erfolgen und muss nach Abschluss der Jagd entfernt werden.

Es sind nur die im Erlass genannten Verkehrszeichen bzw. Zusatzzeichen zu verwenden. Sie sind grundsätzlich in ausreichender Höhe gut sichtbar am rechten Fahrbahnrand aufzustellen.

Es wird empfohlen, sich hier mit der Genehmigungsbehörde diesbezüglich auszutauschen.

Gebührenhinweis: Je eindeutiger bzw. vollumfänglicher der Antrag formuliert ist desto geringer dürfte der behördliche Aufwand und damit verbundene Verwaltungsgebühr zu betrachten sein (aktueller Mindestsatz beginnend bei ca. 10€). Im Optimalfall lässt sich diese Art des vereinfachten Verfahrens in Gänze elektronisch abwickeln. Näheres dazu regeln die jeweils örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörden.

Die neue Regelung sorgt für mehr Rechtssicherheit und weniger Bürokratie – ein Gewinn für alle Beteiligten.

Sofern bei Ihnen oder auch in der Praxis über die Zuständigkeit der Straßenverkehrsbehörden hinaus Nachfragen auftauchen, wenden Sie sich bitte gerne per kurzer Mail unter info@ljv-sh.de an die Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes.

Im Rahmen einer Evaluation werden hier Ihre Anliegen gebündelt, um dann zeitnah mit dem Erlassgeber in einen Austausch gehen zu können.

Die vollstände Regelung der Anordnung und das Antragsformular stehen hier zum Download bereit:

 

 

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Myxomatose beim Feldhasen: Aktuelles aus dem Tierfund-Kataster (Stand 29.09.2025)

Aus gegebenem Anlass (Myxomatose: Erste Fälle bei Feldhasen in Schleswig-Holstein bestätigt) werden wir hier regelmäßig über den Stand informieren, wie er sich aus den Daten unseres Tierfund-Katasters ergibt.

Wir bitten allen Jäger und Jägerinnen aufmerksam auf verendete Feldhasen insbesondere im Elberaum und Dithmarschen zu achten und Funde über die Kreisveterinärämter beproben zu lassen und  im Tierfund-Kataster mit Foto zu melden. Nutzen Sie hierzu einfach die Tierfund-Kataster-App.

Download unter:

Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.duf.totfund&hl=de

App Store von Apple: https://apps.apple.com/de/app/tfk/id551640662

Die folgenden Abbildungen zeigen den Stand vom 29.09.2025:

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Jagd- und Naturschutzseminar 2026: Für zukünftige Jagdaufseherinnen und -aufseher

Vom 28. bis 30. Mai 2026 findet das Jagd- und Naturschutzseminar in Flintbek statt. Die anerkannte Fortbildung erfüllt die Voraussetzungen zur Bestätigung von Jagdaufsehern und kann gemäß dem Bildungsfreistellungsgesetz SH als Bildungsurlaub genutzt werden. Das Seminar umfasst ein abwechslungsreiches Programm mit Fachvorträgen zu jagd- und naturschutzrelevanten Themen, rechtlichen Grundlagen und jagdpolitischen Entwicklungen. Mittagessen und Tagungsgetränke sind für alle 3 Tage inklusive.

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Wildtier-Kataster: Uni Kiel und Landesjagdverband sichern Monitoring

Die jahrzehntelange Zusammenarbeit zwischen dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wird fortgeführt. Beide Partner haben sich auf eine Verlängerung der erfolgreichen Kooperation bis zum Jahr 2030 verständigt. Damit ist die Zukunft des Wildtier-Katasters Schleswig-Holstein (WTK SH) gesichert.

Das WTK SH sammelt und analysiert kontinuierlich wissenschaftlich fundierte Daten zum Vorkommen, zur Anzahl und zur Verteilung von Wildtierarten. Dabei werden auch Einflussfaktoren wie Lebensraumveränderungen, Bejagung, Krankheiten, sonstige Todesursachen oder Prädation berücksichtigt. Ziel ist es, belastbare Aussagen zu Populationsentwicklungen und deren Ursachen zu ermöglichen und Strategien für die Sicherung eines guten Erhaltungszustandes zu entwickeln.

Die Durchführung des Projekts wird durch die Jägerschaft vor Ort sowie derzeit vier hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet. Die wissenschaftliche Verantwortung liegt bei der Abteilung für Landschaftsökologie des Instituts für Natur- und Ressourcenschutz der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Das Wildtier-Kataster erfasst jedes Jahr unterschiedliche Wildarten. Revierinhaberinnen und Revierinhaber können ihre Daten wie gewohnt online unter www.wtk-sh.de

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Aktuelles zur Myxomatose beim Feldhasen aus dem Tierfund-Kataster

Aus gegebenem Anlass (Myxomatose: Erste Fälle bei Feldhasen in Schleswig-Holstein bestätigt) werden wir hier regelmäßig über den Stand informieren, wie er sich aus den Daten unseres Tierfund-Katasters ergibt.

Wir bitten allen Jäger und Jägerinnen aufmerksam auf verendete Feldhasen insbesondere im Elberaum und Dithmarschen zu achten und Funde über die Kreisveterinärämter beproben zu lassen und  im Tierfund-Kataster mit Foto zu melden. Nutzen Sie hierzu einfach die Tierfund-Kataster-App.

Download unter:

Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.duf.totfund&hl=de

App Store von Apple: https://apps.apple.com/de/app/tfk/id551640662

Die folgenden Abbildungen zeigen den Stand vom 15.09.2025:

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Öffentlichkeitsarbeit: Neue Obleute auf Landesebene gewählt

Neue Landesobfrau ist Lena Callsen (Bildmitte) aus der KJS Nordfriesland. Unterstützt wird sie von Hendrik Löffler (Stormarn) und Nicole Köstner (Kiel) (Bild Hartwig/LJV)

„Tue Gutes und sprich darüber!“ – unter diesem Motto trafen sich Mitte September die Kreisobleute für Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjägerschaften in der „Olen Smeede“ auf Gut Neuhaus im Kreis Plön. Neben einer Besichtigung des dortigen Naturschutzgebietes, das durch die engagierten Verbandsmitglieder Christoph Keller und Thorolf Wellmer in beeindruckenderweise betreut wird, standen zahlreiche spannende Themen auf der Tagesordnung: Wildbretvermarktung, der Goldschakal, invasive Arten und vieles mehr.

Auch Wahlen fanden statt: Neue Landesobfrau ist Lena Callsen aus der Kreisjägerschaft Nordfriesland. Unterstützt wird sie nun von Hendrik Löffler aus der Kreisjägerschaft Stormarn und Nicole Köstner aus der Kreisjägerschaft Kiel. Gemeinsam möchten die drei neue Impulse setzen und sich ehrenamtlich im Verband engagieren. Die Verbandsspitze des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein freut sich über dieses Engagement und wünscht viel Erfolg bei den kommenden Aufgaben.

Zum Abschluss ließen die Obleute der Kreisjägerschaften und des Landesjagdverbandes den Tag bei einem kleinen Grill-Imbiss ausklingen. Ein herzliches Dankeschön gilt dem Team der Kreisjägerschaft Plön für die gelungene Ausrichtung sowie unseren ausgeschiedenen Obleuten für ihr jahrelanges Engagement!

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Umweltbildung: Lernort-Natur-Tag 2025 im Hegelehrrevier

Mitte September konnte der Landesjagdverband Schleswig-Holstein rund 300 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte aus dem Dänischen Wohld zum Lernort-Natur-Tag 2025 im Hegelehrrevier Grönwohld begrüßen.

An zahlreichen Stationen stellten sich die Schulkinder spannenden Aufgaben, kniffligen Rätseln und lustigen Geschichten rund um die Themen Wild, Wald, Jagd und Naturschutz. Auch das gemeinsame Mittagessen unter freiem Himmel durfte – wie in jedem Jahr – nicht fehlen.

Ein großer Dank gilt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus den Kreisjägerschaften sowie den hauptamtlichen Kräften vor Ort, die diesen besonderen Tag wieder möglich gemacht haben.

Bei der traditionellen Siegerehrung konnte die Grundschule Dänischenhagen den ersten Platz belegen und den begehrten Lernort-Natur-Wanderpokal mit nach Hause nehmen. Auf Platz zwei folgte die Schule in Schinkel, den dritten Rang belegte die Schule in Neuwittenbek.

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr, wenn das Hegelehrrevier erneut zum Lernort-Natur für die Schülerinnen und Schüler des Dänischen Wohld wird.

Wir Jägerinnen und Jäger in Schleswig-Holstein bieten Natur- und Umweltbildung, Waldpädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Erlebnispädagogik und noch vieles mehr. Lernen in und von der Natur – das ist unsere Philosophie.

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Seminar: Obstbaumschnitt für Garten und Streuobstwiese

Seminar Obstbaumschnitt – 21.03.2026

Der richtige Obstbaumschnitt fördert stabiles Wachstum und eine reiche Ernte. Das Seminar vermittelt die Grundlage für die richtige Pflege.

Der richtige Obstbaumschnitt fördert stabiles Wachstum und eine reiche Ernte. Das Seminar vermittelt die Grundlage für die richtige Pflege von Obstbäumen. Schnittechniken, Zeitpunkt und Art des Obstbaumschnitts werden fachgerecht erarbeitet.

Am Vormittag wird die Theorie erlernt, bevor es am Nachmittag in die Praxis geht. Rosenschere und Handsäge können gerne mitgebracht werden.

In den Seminargebühren ist ein Mittagessen enthalten.

Referent: Gerd Büge

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Hundeausbildung: Workshop Riemenarbeit

Workshop Riemenarbeit für VGP/BP – 21.05.2026

Sie erlernen während des Workshops die Grundlagen der Riemenarbeit um Ihren Hund selbstständig fördern und fordern zu können.

Sie haben bereits im Fach „Schweißarbeit“ in Ihren Ausbildungskursen die ersten Erfahrungen gesammelt. Aufbauend darauf, erlernen Sie während dieser eintägigen Veranstaltung die Grundlagen der Riemenarbeit um Ihren Hund selbstständig fördern und fordern zu können, mit dem Ziel erfolgreich die Brauchbarkeit für dieses Fach zu erlangen (BP2, VGP, VSwP, VFsP…). Am Vormittag steht die Theorie auf dem Programm. Nach der Mittagspause wird der praktische Teil im Hegelehrrevier des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein (LJV) stattfinden. Bitte an entsprechende Kleidung und festes Schuhwerk denken.

Zum Referenten: Gerd Büge ist seit vielen Jahren als vom LJV anerkannter Nachsuchenführer im Einsatz. Als Mitglied des Klubs für Bayerische Gebirgsschweißhunde verfügt er nicht nur über einen reichen Erfahrungsschatz aus der Praxis, sondern auch über das nötige Wissen bei der Ausbildung von Schweißhunden. Als Nachsuchenführer der Schweißhundestation Stormarn e.V. sind er und sein Bayerischer Gebigsschweißhund regelmäßig im Einsatz.

Inhalte:

Teil 1: Theorie

  • Grundlagen der Riemenarbeit und gesetzliche Rahmenbedingungen
  • Vorstellung des erforderlichen Equipments für die Anfertigung einer Kunstfährte
  • Vorstellung der erforderlichen Ausstattung des Hunde
  • Legen einer Kunstfährte – worauf ist zu achten?
  • Viel/wenig Schweiß, Schalen und Verweiserteilchen
  • Markierungen für Fährtenverlauf, Anschuss, Haken, Wundbetten, Verweiser
  • Herausforderungen für den Hund (Fährtenlänge, Stehzeit, Gelände, Wettereinfluss, Verleitungen)
  • Motivation für den Hund
  • Übungshäufigkeit, Zusammenarbeit mit dem Hundeführer, Finden wollen
  • Kommunikation mit dem Hund

Teil 2: Praxis

  • Gemeinsames Legen von Anschüssen und Tagfährten
  • Einweisung des Hundes auf die Riemenarbeit ( praktische Vorführung)
  • Verhalten am Anschuss, Riemenführung, Arbeitstempo, Kommunikation über den Riemen
  • Praktische Arbeit mit verschiedenen Hunden unterschiedlicher Rasse und unterschiedlichem Ausbildungsstand
  • Hilfe bei Schwierigkeiten (Kein Interesse, zu schnell, hohe Nase, Verleitung)

Ca. 17.00 Uhr Ende

Wichtig:

  • Ein Mittagessen ist in den Teilnahmegebühren enthalten.
  • Bitte achten Sie bei der Anmeldung auf die korrekte Angabe Ihrer Daten.
  • Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie einen Hund mitbringen können und welchen Ausbildungsstand dieser Hund hat. Der Referent wählt sechs Hunde mit unterschiedlichen Ausbildungsständen aus, um ein möglichst großes Spektrum abzubilden. Hierfür wird sich der Referent vorher bei Ihnen melden. Teilnehmer ohne entsprechende Benachrichtigung durch den Referenten werden gebeten Ihren Hund zuhause zu lassen.

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Erntejagd: Sicherheit vor Jagderfolg

Vielerorts steht die Maisernte vor der Tür. Dies ist eine gute Gelegenheit für Jägerinnen und Jäger, um Schwarzwild effektiv zu bejagen, Bestände zu regulieren und so die Landwirtschaft zu unterstützen. Dabei sollten wichtige Sicherheitskriterien beachtet werden.

In diesen Tagen startet in die Maisernte. Jetzt können Jägerinnen und Jäger vor allem Wildschweine effektiv bejagen. Sie nutzen Maisfelder als Nahrung und Deckung. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein appelliert: Sicherheit geht immer vor Jagderfolg! Er empfiehlt, grundsätzlich nur von erhöhten Einrichtungen – etwa Hochsitzen – zu jagen und auf die Hintergrundgefährdung zu achten. Zusätzlich sind Schusswinkel und sicherer Kugelfang zu beachten. Jägerinnen und Jäger müssen aus Sicherheitsgründen signalfarbene Kleidung tragen und Mindestabstände zu Erntefahrzeugen sowie Nachbarschützen einhalten.

Gute Kommunikation

Eine gute Absprache mit dem Landwirt vorab sowie eine detaillierte Einweisung der Schützen am Jagdtag sind wichtig. Hektik und unorganisierte Durchführung verbieten sich. Die Stände müssen mit Schussektoren klar kommuniziert sein. Auch die Dauer der Jagd soll klar festgehalten werden. Warnschildern können an benachbarten Land- oder Fernstraßen Verkehrsteilnehmer auf den laufenden Jagdbetrieb hinweisen. Da mit erhöhtem Wildwechsel zu rechnen ist, sollten Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit anpassen. Wenn sich Zuschauer einfinden, ist es in der Verantwortung des Jagdleiters, diese freundlich zu bitten, den Gefahrenbereich zu verlassen.

Wildschweine leben inzwischen bis zu fünf Monate im Jahr komplett in Feldern. Hier finden sie Nahrung im Überfluss und sind gut geschützt. Jägerinnen sind angesichts der drohenden Afrikanischen Schweinepest sowie sich ausbreitenden Beständen und zur Wildschadensprävention angehalten, die Zahl der Wildschweine zu regulieren. Dies muss sicher, waidgerecht und gut organisiert durchgeführt werden.

Beachten Sie für Ihre Planungen die Unfallverhütungsvorschrift Jagd (VSG 4.4)

 

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Myxomatose beim Feldhasen: „Es ist davon auszugehen, dass sich der Erreger etablieren wird“

12. September 2025 (DJV) Berlin.Woher stammt die Myxomatose beim Feldhasen? Wie kann eine Ausbreitung verhindert werden? Was können Jäger hierbei leisten? Der DJV klärt die wichtigsten Fragen im Interview mit der Wissenschaftlerin Dr. Luisa Fischer.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich das Myxomatose-Virus nun auch beim Feldhasen in Mitteleuropa und Deutschland etabliert hat und erhebliche Auswirkungen auf seine Bestände haben kann. Zuvor war das Auftreten der Erkrankung eher bei Wildkaninchen bekannt. Die Wissenschaftlerin Dr. Luisa Fischer untersucht das Auftreten der Krankheit seit 2023 an der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement im Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung Nordrhein-Westfalen (LAVE). Im Interview mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) stellt sie die wichtigsten Informationen zu der Wildtiererkrankung vor.

DJV: Wie ist die Myxomatose entstanden und wie kam sie nach Europa?

Fischer: Die Myxomatose wird durch das Myxomavirus, ein Pockenvirus, verursacht. Erste Ausbrüche wurden bereits 1896 in Uruguay bei Hauskaninchen dokumentiert – die dortigen Wildkaninchen waren der natürliche Wirt des Virus.

1952 wurde das Myxomavirus dann gezielt nach Frankreich und Australien eingeführt, um die Wildkaninchen zu dezimieren. Das Virus breitete sich innerhalb weniger Jahre in ganz Europa und Australien aus und reduzierte die Wildkaninchenbestände mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent.

Die neue Entwicklung bei Feldhasen begann 2018 auf der Iberischen Halbinsel: Durch eine Virusmutation gelang es dem Virus erstmals, massenhaft Iberische Feldhasen zu infizieren. Zuvor waren Hasen-Infektionen durch das klassische Myxomavirus sehr selten.

Im Herbst 2023 kam es dann zur sprunghaften Ausbreitung derselben Virusvariante (ha-MYXV) am Niederrhein. Wie genau die Übertragung stattfand, konnte nicht geklärt werden. Aufgrund dieser punktuellen Einschleppung ist eine menschengemachte Verschleppung am wahrscheinlichsten. Durch globalen Warentransport und Tourismus könnte das Virus über kontaminierte Materialien, infizierte Hasen oder Wildkaninchen verschleppt worden sein. Auch eine Übertragung durch infizierte Stechinsekten wäre möglich.

Wird sich die Myxomatose weiter ausbreiten?

Die Myxomatose bei Europäischen Feldhasen breitet sich weiter in Deutschland und Europa aus. Derzeit erreichen uns Meldungen aus Schleswig-Holstein, Bayern und Niederösterreich. Es ist davon auszugehen, dass sich der Erreger in den heimischen Beständen etablieren wird. Ob und inwieweit dies Einfluss auf die Bestände der Feldhasen und Wildkaninchen hat, muss weiter untersucht und dokumentiert werden. Große Sorgen machen bedrohte Hasenarten wie der Korsika-Hase (Italien, Sizilien) oder der Ginsterhase (Nordwestspanien).

Wie wird die Myxomatose übertragen und wann ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch?

Das Myxomavirus wird wie andere Pockenviren hauptsächlich durch Stechinsekten wie Mücken, Flöhe oder Zecken übertragen. Da das Virus kleine Hautverletzungen als Eintrittspforte benötigt, ist dies der Hauptübertragungsweg.

Zusätzlich kann auch direkter Kontakt zu einem infizierten Tier zur Ansteckung führen, zum Beispiel bei Rangkämpfen oder der Paarung. Außerdem kann das Myxomavirus indirekt übertragen werden – also auch über Gegenstände, Kleidung, Schuhe oder Hundepfoten verschleppt werden.

Pockenviren können sehr lange in der Umwelt überdauern. Sie werden mit dem Krankheitsmaterial (Krusten, Flüssigkeit aus den Hautveränderungen) ausgeschieden und können in diesem Krustenmaterial über Monate ansteckend bleiben. Die Viren lassen sich jedoch gut durch Desinfektionsmittel unschädlich machen, geeignete finden sich in der Liste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft. Wichtig: Hundepfoten sollte man nicht desinfizieren – hier reicht eine gründliche Reinigung mit Wasser und Seife.

Was ist der Unterschied zwischen Myxomatose und RHD?

Bei der RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) handelt es sich ebenfalls um eine Viruserkrankung, die vor allem bei Wildkaninchen zu massiven Krankheitsausbrüchen führt. Auch sie wurde vom Menschen weltweit verbreitet, um Kaninchenbestände zu reduzieren.

2010 kam es zu einer Mutation, die das Virus (RHDV-2) noch gefährlicher machte und die Sterblichkeitsraten bei Wildkaninchen ansteigen ließ. Diese Virusvariante kann nun auch Feldhasen infizieren. Die RHDV-2-Fälle bei Feldhasen treten jedoch bei weitem nicht so seuchenartig auf wie die Myxomatose.

Welche Wechselwirkungen zwischen diesen Erkrankungen bestehen, ist noch nicht bekannt. Was wir während des Ausbruchs 2024 in NRW feststellen konnten: An Myxomatose erkrankte Hasen wiesen durchaus auch weitere Erkrankungen, sogenannte Mehrfachinfektionen, mit anderen Feldhasenkrankheiten wie Tularämie, Yersiniose und Kokzidiose auf.

Welche Rolle spielt die Bestandsdichte für die Ausbreitung der Myxomatose?

Überraschenderweise haben die Hasendichten nur geringen Einfluss auf die Verbreitung der Myxomatose bei Feldhasen. Viel entscheidender scheint die Dichte der Überträger – also der Stechmücken – zu sein. Das Friedrich-Loeffler-Institut konnte in unserer gemeinsamen Studie herausfinden, dass das ha-MYXV bereits längere Zeit vor dem seuchenhaften Geschehen 2024 in der Region vorhanden war. Zur rasanten Ausbreitung kam es jedoch erst im mückenreichen Sommer 2024. Damals wurden auch weitere durch Stechinsekten übertragbare Erreger wie das Blauzungenvirus oder das Westnilvirus häufiger nachgewiesen.

Welche Maßnahmen können Jäger ergreifen, auch wenn sie das Wetter nicht beeinflussen können?

Voraussetzung für nachhaltige Bejagung ist die Bestandsüberwachung. Die Scheinwerferzählung oder Wärmebildzählung ist bei Feldhasen als Offenlandart relativ einfach und sollte unbedingt nach bekannten Protokollen erfolgen. Durch standardisierte Zählungen über die Jahre können die Feldhasenbestände sehr gut beobachtet und dokumentiert werden. Jagdstreckendaten sind wertvoll, aber nur wenn sie durch Dokumentation der Bejagung, auftretender Krankheiten und Schätzung des Nachwuchses ergänzt werden.

Verendete Tiere sollten geborgen und unschädlich beseitigt oder zur Klärung der Todesursache an ein Veterinäruntersuchungsamt gegeben werden – in NRW ist dafür ein Fallwildmonitoring etabliert. Positive Virusnachweise schaffen Gewissheit über die Todesursache und die Ergebnisse tragen zur Dokumentation des Vorkommens bei.

Ein gewisses Maß an Hygiene muss eingehalten werden, um Krankheitserreger nicht von einem Revier ins andere zu übertragen. Darauf achten, dass Erreger nicht über Bekleidung und Stiefel, über eingesetzte Jagdfrettchen und Jagdhunde oder verwendete Ausrüstung verschleppt werden. Es beginnt schon damit, mit sauberen Stiefeln zur Gemeinschaftsjagd zu erscheinen und diese vor der Abfahrt in einer Tüte zu transportieren und zu Hause zu säubern und desinfizieren. Das ist besonders wichtig bei Auslandsjagdreisen.

Für die allgemeine Gesundheit des Feldhasenbestandes sind Hegemaßnahmen unerlässlich, etwa Lebensraumverbesserung und angemessenes Raubwildmanagement. Dies unterstützt die allgemeine Fitness und Widerstandsfähigkeit der Tiere und hilft bei der Erholung der Bestände nach einem Krankheitsausbruch.

Wie soll in Seuchengebieten gejagt werden?

Da der Jagdberechtigte seinen Bestand am besten kennt, können nur sinnvolle Maßnahmen nach bisherigem Wissensstand vorgeschlagen werden. In Abstimmung mit den Jagdverbänden wird empfohlen, die Bejagung auszusetzen, sollte es zu einem akuten Ausbruch im Revier kommen.

Um den aktuellen Bestand vor der Bejagung korrekt einzuschätzen, lohnt sich eine Zählung wenige Tage vor der Jagd, damit der Zuwachs angemessen eingeschätzt und die gewünschte Strecke entsprechend abgestimmt werden kann.

Was ist bei der Hundearbeit zu beachten?

Leider tritt die Myxomatose, ähnlich wie bei Wildkaninchen, auch bei Feldhasen vor allem im Spätsommer verstärkt auf. Daher muss die Hundearbeit, also Ausbildung und Prüfungen, eng mit Jagdpächtern abgestimmt werden. Die Hundearbeit könnte in einem aktuell betroffenen Gebiet zu vermehrter Störung führen. Erkrankte Tiere, die auf Jagdhunde nicht oder nur eingeschränkt reagieren, sind für Ausbildung oder Prüfungen auch nicht förderlich. Flächen, auf die kurzfristig ausgewichen werden kann, sind hilfreich. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass selbst benachbarte Reviere sehr unterschiedlich von der Myxomatose betroffen sein können.

Was ist bei Schleppwild zu beachten?

Beim Einsatz von Schleppwild muss viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Das Beziehen von Schleppwild aus entfernten Regionen oder anderen Ländern birgt das begründete Risiko der Einschleppung neuer Krankheitserreger. Da Myxoma- und RHD-Viren auch bei tiefen Temperaturen lange ansteckend bleiben – also durch Einfrieren nicht abgetötet werden – können solche Erkrankungen sehr schnell ins heimische Revier eingeschleppt werden.

Die Nutzung regional selten gewordenen Wildes wie Wildkaninchen zur Hundeausbildung ist kritisch zu sehen, wenn dafür Einfuhren aus anderen Ländern nötig sind. Möglicherweise wäre es an der Zeit, vorgegebene Regelungen bei der Hundearbeit zu überdenken und anzupassen.

Gibt es Behandlungen und Impfstoffe gegen Myxomatose oder werden sich natürliche Resistenzen ausbilden?

Derzeit gibt es weder wirksame Behandlungen noch Impfstoffe gegen die Myxomatose bei Feldhasen. Ob sich eine natürliche Resistenz ausbildet, ähnlich wie es bei Wildkaninchen beobachtet wurde, bleibt zu hoffen. Dazu sind bereits Forschungsvorhaben mit dem Friedrich-Loeffler-Institut geplant. Man kann an dieser Stelle optimistisch sein: Unser Feldhase schlägt sich bereits mit so vielen anderen Krankheitserregern herum – da wird er diese neue Virusvariante auch noch überstehen.

Zur Person Dr. Luisa Fischer:

Dr. Luisa Fischer, gebürtig aus der Pfalz, studierte von 2006-2012 Tiermedizin an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Nach ihrem Studium arbeitete sie mehrere Jahre an der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen. Währenddessen erlangte sie neben dem Fachtierarzt für Vögel auch ihren Doktortitel. Sie absolvierte außerdem eine vierjährige internationale Weiterbildung am European College for Zoological Medicine und legte die Prüfung zum European Veterinary Specialist in Wildlife Population Health (Europäischer Fachtierarzt für Wildtiere) ab.

Seit 2019 arbeitet sie an der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement in Bonn (Fachbereich 4.1, Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung NRW) und hat seit Juni 2024 deren Leitung inne.

Luisa Fischer ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Wildbiologie an der JLU Gießen und der Vereinigung der Wildbiologen und Jagdwissenschaftler Deutschlands.

In ihrer Freizeit ist sie leidenschaftliche Falknerin und engagiert sich in den drei Falknerverbänden. Sie beizt mit ihrem Wüstenbussard „Mephisto“ Wildkaninchen – ihr Rauhaarteckel „Paul“ und die Jagdfrettchen komplettieren das Jagdgespann.

Dr. Luisa Fischer mit Rauhhaarteckel „Paul“ (Bild: Privat)

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Niederwildhege: Schwingenmonitoring startet

Enten gehören zu den am weitesten verbreiteten Wasservögeln in Mitteleuropa. Sie besiedeln unterschiedlichste Lebensräume – von großen Seen und Flusslandschaften bis hin zu Kleingewässern in Städten. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit macht sie zu einem wichtigen Bestandteil unserer heimischen Tierwelt. Für das Wildtiermanagement und eine nachhaltige Jagd spielen belastbare Daten zu Altersstruktur, Geschlechterverhältnis und Populationsdynamik eine zentrale Rolle. Genau hier setzt eine neue Funktion der Tierfund-Kataster-App an:

Das Schwingenmonitoring für Stockenten. Mithilfe von Fotos erlegter Tiere können Alter und Geschlecht bestimmt werden. Diese Informationen fließen direkt in wissenschaftliche Auswertungen ein und liefern eine wertvolle Grundlage für die nachhaltige Bejagung.

Anleitung: Um am Schwingenmonitoring teilzunehmen, laden Sie einfach die Tierfund-Kataster-App herunter oder aktualisieren Sie die bestehende Version. Nach der Jagd öffnen Sie die App, wählen im Startmenü den Punkt „Schwingenmonitoring“ und folgen den Fotoanleitungen. Schritt für Schritt wird Ihnen gezeigt, welche Aufnahmen benötigt werden. Insgesamt sind fünf Fotos erforderlich: vom Kopf, von der Oberseite des Stoßes, von der Oberseite der Schwinge, von den Schirmfedern sowie von der Armfederdecke. Anschließend laden Sie die Bilder direkt in der App hoch und leisten damit einen aktiven Beitrag zum Monitoring und zur nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Entenbesätze.

Jetzt mitmachen: Tierfund-Kataster-App aktualisieren, Bilder hochladen und wertvolle Daten zur nachhaltigen Stockentenjagd sammeln.

Das Schwingenmonitoring ist ein Projekt des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Landesjägerschaft Niedersachsen, finanziert durch den Deutschen Jagdverband.

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Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen: 583 Schützen und eine Leidenschaft

8. September 2025 (DJV) Berlin. 583 Schützinnen und Schützen bei der 69. Bundesmeisterschaft in Buke am Start. Niedersachsen stößt Rheinland-Pfalz vom Mannschafts-Thron. Matthias Avenriep aus Soltau ist Bundesmeister aller Klassen. Doppeltes Gold für Wilhelm-Heinrich Dahm aus Nordrhein-Westfalen.

Mit 344 Punkten ist Matthias Avenriep neuer Bundesmeister aller Klassen im jagdlichen Schießen. Der Sieger kommt aus Niedersachsen – ebenso der Zweit- und der Drittplatzierte. Michael Reis gewinnt mit 343 Punkten Silber, Jürgen Sieve mit 340 Punkten Bronze. Insgesamt 583 Schützinnen und Schützen waren vom 3. bis zum 6. September 2025 im nordrhein-westfälischen Buke bei der 69. Bundesmeisterschaft am Start. Der Deutsche Jagdverband (DJV) richtet den Wettbewerb jährlich aus.

Bundesmeister im Büchsenschießen wurde Jan Henrik Holst aus Schleswig-Holstein mit 195 von 200 möglichen Punkten. Ganz eng wurde es beim Flintenschießen. Alle drei Erstplatzierten trafen alle 30 Wurfscheiben: Thomas Maaßen aus Nordrhein-Westfalen, Stefan Rüttgeroth aus Niedersachsen und Martin Birenbaum aus Baden-Württemberg. Thomas Maaßen konnte letztlich den Wettbewerb für sich entscheiden – er traf alle Scheiben mit dem ersten Schuss. Für Wilhelm-Heinrich Dahm aus Nordrhein-Westfalen gab es gleich zweimal Gold: im Kurzwaffenschießen mit 193 Punkten und in der Großen Kombination mit 519 Punkten. In der Seniorenklasse gewann Volker Reek aus Nordrhein-Westfalen die Kombination mit 331 Punkten.

In der Juniorenklasse triumphierte das Team aus Niedersachsen mit insgesamt 1.285 Punkten – der vierte Sieg in Folge. Auf Platz 2 kam die Mannschaft aus Schleswig-Holstein mit 1.269 Punkten, Nordrhein-Westfalen gewann Bronze mit 1.238 Punkten. Auch in der Schützenklasse ging der Sieg an die Mannschaft aus Niedersachen: Mit insgesamt 1.345 Punkten kürte sich das Team zudem zum Bundesmeister. Das gelang zuletzt 2012. Nach langer Durststrecke hat sich das Bundesland nun zurück an die Spitze gekämpft. Damit endet auch die Siegesserie von Rheinland-Pfalz, die seit 2017 ungeschlagener Bundesmeister waren. Silber in der Schützenklasse gewann Nordrhein-Westfalen mit 1.313 Punkten, Platz 3 belegte Baden-Württemberg mit 1.310 Punkten.

Den Spitzenplatz unter den Damen sicherte sich Katja Gems aus Sachsen. Die Schützin erzielte in der Kombination aus Flinte und Büchse 326 Punkte. Silber ging an Silke Mehlhose-Koch aus Nordrhein-Westfalen mit 320 Punkten, Bronze mit 313 Punkten an Johanna Eckardt aus Schleswig-Holstein. In der Mannschaftswertung der Damen gab es Gold für Schleswig-Holstein mit 1.214 Punkten, Silber für Nordrhein-Westfalen mit 1.189 Punkten und Bronze für Baden-Württemberg mit 1.173 Punkten.

Auf der Themenseite des DJV gibt es alle aktuellen Ergebnisse sowie Impressionen der Bundesmeisterschaften.

Schleswig-Holsteins Schützinnen und Schützen glänzen bei der Bundesmeisterschaft:
  • Bundesmeister im Büchsenschießen wurde Jan Henrik Holst aus Schleswig-Holstein mit 195 von 200 möglichen Punkten.
  • Die Schleswig-Holsteinerin Rika Witt wurde Bundesmeisterin in der Büchse mit 194 Punkten.
  • In der Mannschaftswertung der Damen gab es Gold für Schleswig-Holstein mit 1.214 Punkten.
  • Tjark Christian Brogmus holte sich Silber in der Flinte.
  • In der Juniorenklasse kam die Mannschaft aus Schleswig-Holstein mit 1.269 Punkten auf Platz 2.
  • Bronze mit 313 Punkten ging an Johanna Eckardt aus Schleswig-Holstein.
  • Bronze gab es für Johannes Tode in der Kurzwaffe.
  • Gold, Silber und Bronze sicherten sich Rasmus Schmielau, Tjark Christian Brogmus und Falk-Wilhelm Schlüter in der Kombination der Jugendklasse.
Herzlichen Glückwunsch an alle unsere Schützinnen und Schützen – und ein großes Dankeschön an die, die im Hintergrund für Organisation und gute Stimmung sorgten.

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Jungwildrettung: Bestellrunde für LJV-Kitztaschen 2026 startet

Rehkitz und Co. in den Wiesen zu finden und vor dem Mähtod zu bewahren, ist dank Wärmebilddrohnen und der Jägerschaft vielerorts gelebte Praxis. Eine besondere Herausforderung ist jedoch die sichere und praxisgerechte Verwahrung der geretteten Kitze bis zur Freilassung. Mit den Kitztaschen vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein steht für die Jungwildrettungs-Saison 2026 wieder die durchdachte Lösung bereit, um gerettetes Jungwild für die Dauer der Mahd sicher zu verwahren.

Die Taschen bieten gegenüber Kartons, Plastikkörben oder Mörtelkübeln zahlreiche Vorteile: Sie sind leicht zu tragen, auch über ungemähte Wiesen hinweg, bieten Schatten bei gleichzeitiger Frischluftzufuhr, lassen sich platzsparend zusammenfalten und sind durch ihre helle Farbe am Waldrand gut wiederzufinden und heizen sich nicht unnötig durch dunkle Stoffe im Falle von Sonneneinstrahlung auf. Ein besonderes Merkmal ist der herausnehmbare Boden, der eine schonende Freilassung ohne direkten menschlichen Kontakt ermöglicht. Zudem können Sie wiederverwendet werden.

Mit der neuen Bestellrunde für die Jungwildrettungs-Saison 2026 werden die Kitztaschen wieder vom Landesjagdverband angeboten. Zu den Hauptmerkmalen gehören robuste Reißverschlüsse, ein optimiertes Belüftungsnetz im Deckel und an den Stirnseiten für eine gleichmäßige Luftzirkulation sowie die Bodenplatte, die die Reinigung erheblich erleichtert. Die Kitztasche Modell 2026 ist gegen eine Schutzgebühr von 20 Euro über die Geschäftsstelle des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein erhältlich. Bitte beachten Sie, dass die Taschen nur bedingt zur Aufbewahrung von hasenartigen Tieren und Nagetieren geeignet sind.

Aufgrund der hohen Nachfrage und limitierten Verfügbarkeit ist eine Vorbestellung bis zum 31.12.2025 ausschließlich über den LJV-Online-Shop und gegen Vorkasse erforderlich.  Ein Versand erfolgt nicht. Die Abholung der Taschen ist ausschließlich an fünf dezentralen Orten (Flintbek, Heide, Kaaks, Bilschau und Bahrenhof) in Schleswig-Holstein geplant. Eine Sammelbestellung für den Hegering ist also sinnvoll. Termine für die Abholung werden im Dezember/Januar bekannt gegeben.

Schleswig-Holstein nimmt damit erneut eine Vorreiterrolle im Bereich Jungwildrettung ein. Die Idee der Drohnensuche nach Kitzen, ursprünglich durch LJV-Berufsjäger Christopher von Dollen entwickelt, hat sich längst deutschlandweit und darüber hinaus etabliert. Mit der Weiterentwicklung der Kitztasche beweist die Jägerschaft Schleswig-Holsteins und allen voran Carsten Schrödter erneut Innovationsgeist und schafft die Grundlage für eine erfolgreiche Kitzrettungssaison 2026.

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Junge-Jäger-Schießen in Heede: Die Ergebnisse

Am 09. August 2025 fand in Zusammenarbeit mit der Redaktion Unsere Jagd das diesjährige Junge-Jäger-Schießen auf dem Schießstand Heede statt. Bei bestem Wetter standen vor allem der Austausch und die Vernetzung der Jungjägerinnen und Jungjäger im Mittelpunkt.

Für das Event wurde der Schießstand in einen praxisnahen, jagdlich orientierten Parcours umgebaut. Neben den jagdlichen Disziplinen war auch für ausreichend Raum für Gespräche und gute Stimmung gesorgt – der Spaß kam definitiv nicht zu kurz.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Organisatoren, dem Team des Schießstands Heede unserem Premiumpartner FRANKONIA sowie den großzügigen Sponsoren, die dieses gelungene Event möglich gemacht haben.

Die Ergebnisse des Schießens finden Sie hier:

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Waschbär: Gefahr für heimische Ökosysteme

1. August 2025 (DJV) Berlin. Waschbären gefährden heimische Ökosysteme. Was tun mit dem Einwanderer aus Nordamerika? Der Deutsche Jagdverband klärt in einem Frage-Antwort-Papier auf.

Sind Waschbären für heimische Arten eigentlich schädlich? Ist es nicht besser, sie zu kastrieren statt zu jagen? Und steigert deren Bejagung nicht die Vermehrung? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das neue Frage-Antwort-Papier des Deutschen Jagdverbands (DJV). Der DJV räumt mit Mythen rund um den maskierten Kleinbären auf und stellt klar: Waschbären bedrohen seltene heimische Arten! Dies untermauert ein aktueller Faktencheck der Goethe-Universität Frankfurt.

Invasiver Kleinbär weit verbreitet

Für das Jahr 2023 haben 69 Prozent aller Jagdreviere Waschbärvorkommen gemeldet. Dabei ist der Kleinbär besonders im Nordosten Deutschlands und in Hessen verbreitet: Dort kommt er in über 90 Prozent aller Reviere vor. Das Problem: Er bedroht die biologische Vielfalt immens. Auf dem Speiseplan steht vieles: Obst, Kleinsäuger, Insekten, Amphibien oder Vögel. Gerade für Arten, die bereits gefährdet sind, kann der zusätzliche Beutegreifer zum bestandsbedrohenden Faktor werden. Das bestätigt auch der Faktencheck des ZOWIAC-Projekts der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Besonders Amphibien und Reptilien gefährdet

In Deutschland hat der Waschbär seit einiger Zeit Amphibien-Laichgewässer als Nahrungsquelle entdeckt und gefährdet lokale Bestände von Fröschen und Kröten. Dabei sind schon ohne Räuberdruck viele Amphibienarten durch zunehmende Trockenheit und Verlust von Gewässern vom Aussterben bedroht. Auch die seltene Europäische Sumpfschildkröte bedroht der Waschbär: Er gräbt deren Eier aus und frisst Jungtiere. Ähnlich ergeht es verschiedensten Vogelarten wie Mauersegler, Regenpfeifer oder Uhu.

Jagd ist unerlässlich für Eindämmung

Freilebende Waschbären kastrieren? Ist keine Lösung! Dies scheitert allein schon daran, dass invasive Arten, einmal gefangen, in der EU nicht wieder ausgesetzt werden dürfen. Besonders wichtig für die Eindämmung ist stattdessen die Fangjagd – belegen Daten aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD). Es ist das umfangreichste Monitoringprogramm der Jägerschaft für viele Säugetiere. 40 Prozent der Waschbären aus der Jagdstatistik werden demnach mit Fallen gefangen.

Verbote der Fangjagd wie in Berlin sind daher kontraproduktiv für den Artenschutz. Der DJV fordert stattdessen die staatliche Förderung der Fangjagd durch Jäger, beispielsweise für Lebendfallen zum Management von gebietsfremden invasiven Arten wie den Waschbären.

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Invasive Nutria hat ihr Vorkommen verdoppelt

Über ein Drittel der Jagdreviere melden bundesweit ein Vorkommen. Spitzenreiter sind Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In Städten wie Bremen und Hamburg ist die Situation noch dramatischer.

(Berlin, 5. August 2025) Die südamerikanische Nutria breitet sich weiter in Deutschland aus: Die invasive Art kam 2023 in über einem Drittel (35 Prozent) der teilnehmenden Jagdreviere vor, eine Verdopplung gegenüber 2015. Das hat negative Folgen für den Hochwasser- und Artenschutz: Das Nagetier untergräbt Flussufer ebenso wie Deiche und vernichtet Schilfgürtel – wichtige Kinderstuben für Vögel, Fische oder Amphibien. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat diese und weitere Ergebnisse heute veröffentlicht und fordert die Aufnahme der Nutria ins Bundesjagdgesetz sowie ein Bekenntnis der Politik zur Fangjagd. Die Art steht auf der Liste der gebietsfremden invasiven Arten Europas.

Daten aus über 23.000 Jagdrevieren ausgewertet

Die Jagdstrecken der Landkreise in Schleswig-Holstein von 2014 bis 2023 sind massiv angestiegen und lassen Rückschlüsse auf die Populationsentwicklung zu. (Quelle Wildtier-Kataster Schleswig-Holstein)

Grundlage der Auswertung sind Daten von bundesweit über 23.000 Jagdrevieren aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD). Das entspricht mehr als einem Drittel der forst- und landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands. Daten aus Bayern liegen nicht vor, die schleswig-holsteinischen Werte stammen aus dem Jahr 2020. WILD ist das bundesweit größte Monitoringprogramm der Jägerschaft, unter anderem für zahlreiche Säugetiere.

Die meisten Vorkommen im Norddeutschen Tiefland gemeldet

In der Tieflandregion Norddeutschlands gibt es anteilig die meisten gemeldeten Nutria-Vorkommen im Jahr 2023: Nordrhein-Westfalen liegt mit 60 Prozent vorn, gefolgt von Niedersachsen (55 Prozent) und Sachsen-Anhalt (50 Prozent). Von 2015 bis 2023 ist die Zahl der gemeldeten Vorkommen vor allem in zwei Bundesländern stark gestiegen: In Niedersachsen um das 2,5-fache und in Nordrhein-Westfalen um das 2-fache. Die großen Fließgewässer Rhein, Ems, Weser und Elbe sowie deren Nebenarme bieten den Tieren ideale Lebensgrundlagen.

Explosionsartige Zuwächse im urbanen Raum

Im Stadtstaat Bremen meldeten zuletzt 93 Prozent der Reviere die Anwesenheit der Nutria, eine Steigerung um das 6-fache gegenüber 2015. Bremen steht symbolisch für eine starke urbane Besiedlung durch die Nutria, die auch in Hamburg zu beobachten ist – mit einem Wert von 74 Prozent im Jahr 2023. Durch unerlaubte Fütterung, klimatische Vorteile und jagdliche Einschränkungen sind Nutrias mittlerweile besonders häufig in städtischen Bereichen vorzufinden, wo sie auch tagaktiv werden und ein großes Vermehrungspotenzial haben.

In den meisten Bundesländern hat die Nutria mittlerweile eine Jagdzeit oder es gibt besondere Genehmigungen für eine Entnahme. Für die Saison 2023/24 weist die Jagdstatistik fast 117.500 Tiere aus – ein neuer Rekord. Fast drei Viertel der Nutrias kamen zusammen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zur Strecke. Nahezu jedes zweite Tier (44 Prozent) aus der Jagdstatistik wird mit der Falle gefangen. In Bremen liegt der Wert sogar bei knapp zwei Dritteln und in Niedersachsen bei über der Hälfte.

Weitere Informationen zur Nutria gibt es auf jagdverband.de. Am Niederrhein hat die Nutria innerhalb von wenigen Jahren über 90 Prozent des Schilfs vernichtet. Das Projekt „Lebendige Röhrichte“ zeigt, wie eine Wiederbesiedlung gelingen kann.

Die Verbreitungskarte der Nutria in Schleswig-Holstein der Jahre 2015 und 2020 zeigen, wie sich die Art schnell ausbreitet. In diesem Jahr erfolgt die nächste Erfassung der Nutria-Verbreitung in Schleswig-Holstein. (Quelle Wildtier-Kataster Schleswig-Holstein)

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Myxomatose: Erste Fälle bei Feldhasen im südlichen Dithmarschen bestätigt

Im südwestlichen Bereich des Kreises Dithmarschen sind erstmals nachgewiesene Fälle der Viruserkrankung Myxomatose bei Feldhasen aufgetreten. Pathologische Untersuchungen des Landeslabors Schleswig-Holstein haben den Verdacht bestätigt, nachdem in den vergangenen Tagen zahlreiche kranke und verendete Feldhasen beobachtet worden waren. Besonders betroffen sind die Regionen Kaiser-Wilhelm-Koog, Dieksanderkoog und Friedrichskoog-Spitze, in denen auffällig viele Tiere mit typischen Krankheitssymptomen wie Apathie, Orientierungslosigkeit sowie stark geschwollenen und entzündeten Augen gesichtet wurden. Teilweise wurden verendete Tiere auch in Wohngebieten aufgefunden. Eine Probe des ersten untersuchten Feldhasen wurde durch das Friedrich-Loeffler-Institut positiv auf den sogenannten Toledo-Stamm getestet, der bei Feldhasen starke Krankheitsverläufe verursacht. Weitere Untersuchungen sind geplant.

Bei der Myxomatose handelt es sich um eine für Hasenartige hoch ansteckende und oft tödliche Virusinfektion, die ursprünglich aus Südamerika

Wildkaninchen mit Myxomatose

stammt und durch blutsaugende Insekten wie Mücken oder Flöhe, aber auch durch direkten Kontakt über Schleimhäute oder Hautverletzungen übertragen werden kann. Während das Virus lange Zeit fast ausschließlich bei Kaninchen vorkam, ist letztem Jahr ein besorgniserregender Anstieg von Krankheitsfällen auch bei Feldhasen in Deutschland zu beobachten. Für Menschen und andere Haustiere wie Hunde und Katzen stellt die Krankheit keine Gefahr dar.

Um die weitere Ausbreitung einzudämmen und den Bestand der Feldhasen zu schützen, ist die Mitwirkung der Jägerschaft entscheidend. Sichtbar schwer kranke Tiere dürfen auch außerhalb der regulären Jagdzeit im Rahmen von Hegeabschüssen entnommen werden, um unnötiges Leiden zu vermeiden. Wichtig ist hierbei die ordnungsgemäße Entsorgung: Die Kadaver gelten gemäß EU-Verordnung 1069/2009 als Material der Kategorie 1 und dürfen daher keinesfalls offen im Revier oder auf Luderplätzen verbleiben. Nach Abstimmung mit dem Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) sowie der Unteren Jagdbehörde ist die Entsorgung verendeter Tiere über die Geflügelpest-Tonnen an den Bauhöfen in Dithmarschen zulässig. Die Kosten für die Abholung durch das Entsorgungsunternehmen Rendac werden vom Land Schleswig-Holstein getragen.

Jägerinnen und Jäger werden gebeten, bei Reviergängen besonders aufmerksam auf das Vorkommen kranker oder auffällig verhaltender Feldhasen, insbesondere auch in bisher nicht betroffenen Revieren zu achten. Typisch sind Tiere mit stark eingeschränktem Fluchtverhalten, apathischem Zustand und blutunterlaufenen, eitrig entzündeten Augen. Um eine Einschleppung oder Verschleppung des Virus zu vermeiden, ist auf die gründliche Reinigung und Desinfektion von Kleidung, Schuhwerk und Jagdutensilien nach Aufenthalten in betroffenen Gebieten zu achten. Die Myxomatose stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für die Wildtiergesundheit dar. Nur durch konsequente Maßnahmen, verantwortungsbewusstes Handeln im Revier und enge Zusammenarbeit mit den Veterinärbehörden kann die Ausbreitung nachverfolgt und der Feldhasenbestand in Schleswig-Holstein langfristig geschützt werden.

Darüber hinaus wird darum gebeten, Funde kranker oder verendeter Feldhasen möglichst über die Tierfund-Kataster-App zu dokumentieren. Die Eingabe von Fundort, Datum und ergänzenden Fotos der Tiere hilft dabei, das Ausmaß und den Verlauf des Seuchenzugs wissenschaftlich fundiert nachzuvollziehen. Eine möglichst lückenlose Erfassung ist entscheidend, um die Ausbreitung der Myxomatose regional und überregional besser beurteilen und geeignete Maßnahmen einleiten zu können.

Die Tierfundkataster-App können Sie kostenlos hier herunterladen:

Vor diesem Hintergrund bittet der Landesjagdverband Schleswig-Holstein: Bitte seien Sie bei Totfunden wachsam und lassen Sie diese im Zweifelsfall in Absprache mit der Vet.-Behörde untersuchen. Bislang galt die Erkrankung als kaninchenspezifisch und nur ganz sporadisch finden sich Nachweise von Myxomatose beim Feldhasen (Lepus europeus). Erste Fälle wurden in Frankreich und Irland in den 1950ern und zuletzt in Großbritannien 2014 beschrieben.

Die Liste der Veterinärämter finden Sie über den Link: Liste der Veterinärämter in Schleswig-Holstein (PDF, 118KB, Datei ist barrierefrei)

Die Myxomatose wird durch das Myxomavirus (MYXV), einem Virus aus der Familie der Pockenviren hervor gerufen. Bei Wildkaninchen kommt es deutschlandweit immer wieder zu Myxomatose-Ausbrüchen mit Mortalitätsraten von bis zu 90 %. Dabei sind v. a. Populationen mit hohen Bestandsdichten und einer geringen Immunität betroffen. Überragen wird das Virus durch Stechinsekten sowie Körperflüssigkeiten. Der Kaninchenfloh spielt bei Wildkaninchen die Hauptrolle als Überträger, aber auch Stechmücken übertragen den Erreger. Da im Jahresverlauf die Populationsdichte der Wildkaninchen im Spätsommer am höchsten ist und dann auch (klimatisch bedingt) die Hauptsaison der Stechinsekten ist, häufen sich die Myxomatose-Ausbrüche in unseren Breiten häufig im Monat August.

Weiterführende Hintergrundinformationen finden Sie auf den Seiten des Friedrich-Löffler-Instituts:

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