Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf hat heute (6. Dezember) den neuen Jagd- und Artenschutzbericht für Schleswig-Holstein vorgestellt: "
Der Jahresbericht stellt seit 1997 die Aktivitäten des Artenschutzes und der Jagd zwischen Nord- und Ostsee in all ihrer beeindruckenden Vielfalt vor
", sagte sie. So werde ein breites Spektrum von zumeist ehrenamtlich durchgeführten Naturschutzprojekten vorgestellt, die mit finanzieller Förderung des Landes Schleswig-Holstein ermöglicht wurden.
Diese Projekte standen auch im Zeichen des Internationalen Jahres der Wälder, denn die globale Waldvernichtung stelle eine große Bedrohung der Biodiversität sowie eine Gefährdung der Rohstoff-, Wasser- Boden- und Klimaschutzfunktionen dar, erläuterte die Umweltministerin. "
In Europa ist besonders die Bedeutung alter Wälder hervorzuheben. Sie stellen die Kontinuität dieser Standorte sicher und haben eine große Bedeutung als Gen-Ressource
", sagte Frau Rumpf.
Weitere Schwerpunkte neben den Wäldern sind die Schleswig-Holstein prägenden Grünlandlebensräume und bei der Jagd der Bereich der Jagdgebrauchshundearbeit.
Daneben werden auch die Ergebnisse des Waldverbissgutachtens der Schleswig-Holsteinischen Landesforstanstalt vorgestellt, das die Problematik überhöhter Wildbestände für den Wald eindrucksvoll verdeutlicht.
Außerdem werden Bestandsentwicklungen verschiedenster Arten anschaulich erläutert. Der Bogen reicht hier von der Haselmaus über die Seehunde, die zurzeit einen Bestandshöchststand erreicht haben, bis zu den stark gefährdeten Lachseeschwalben, der grünen Mosaikjungfer sowie der Kuckucks-Lichtnelke. Sehr erfreulich sei insbesondere seit den 1980er Jahren die Aufwärtsentwicklung beim Seeadler mit zuletzt 63 Brutpaaren und 86 jungen Adlern, die flügge wurden. Wermutstropfen waren allerdings Fälle von Vergiftungen einzelner Tiere, denen zumindest fahrlässiges, vielleicht sogar vorsätzliches Verhalten zugrunde lag. Vor diesem Hintergrund werden im neuen Bericht auch erste Ergebnisse der Kieler Erklärung zum Schutz der Greifvögel bekannt gemacht. Die Erklärung wurde 2008 vom Landesjagdverband, der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. und dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume unterzeichnet.
Weitere Projekte wie zum Beispiel die Arbeit der Artenagentur, der Stiftung Naturschutz, sowie der Arbeitsgemeinschaft Geobotanik in Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. und der Schrobach Stiftung vervollständigen das Gesamtbild im Jahresbericht.
Auch die Streckenstatistiken der jagdbaren Tierarten werden weiter fortgeführt. "Hier zeigt sich der Einfluss der letzten beiden Extremwinter, die gerade beim Niederwild zu starken Bestandseinbrüchen geführt haben. Anderseits zeigen gerade die Jagdstrecken beim Schalenwild bisher nicht erreichte Spitzenwerte
", sagte Juliane Rumpf. Sie lobte das an diese Entwicklungen angepasste Bejagungsverhalten der Jägerschaft in Schleswig-Holstein.
Als auffällig schätzte sie die wieder stark gestiegene Jagdstrecke bei Waschbär und Marderhund ein. Die starke Vermehrung dieser "Neubürger" gehe trotz jagdlicher Bemühungen weiter. Umweltministerin Rumpf betonte, dass beide Arten wegen ihrer potentiellen Gefährlichkeit für bedrohte Vogel- und Niederwildarten besonders aufmerksam beobachtet würden.
Beachtung verdiene auch die weiter voran schreitende Verbreitung des Schwarzwildes in Schleswig-Holstein, die sich auch in kontinuierlich hohen Abschlusszahlen spiegele. So sei im abgelaufenen Jahr erstmals die Marke von 16.000 Stück überschritten worden.
Der "Jahresbericht 2011 – Jagd und Artenschutz" kann telefonisch oder per e-Mail kostenlos angefordert werden. (0431/988-7146 oder broschuere@mlur.landsh.de )